Limoncello

Spirituosen hergestellt durch in Alkohol mazerierte Früchte oder Gewürze oder durch andere aromatische Zusätze
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Hügelwilli
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Limoncello

Beitrag von Hügelwilli »

Dies ist einer der beliebtesten Ansatzschnäpse.

Ich kenne drei Methoden der Herstellung:

A) Von Zitronen die Schalen mit einem Kartoffelschäler dünn abschälen (so dünn, daß nichts Weisses mitkommt) und in Alkohol einlegen.
Vorteil: Gut mit normalen Flaschen ohne großer Öffnung machbar. Man kann die Zitronen weiterverwenden.
Nachteil: Wird etwas bitter. Relativ viel Arbeit.

B) Ganze Zitronen in Alkohol einlegen.
Vorteil: Keine Arbeit. Meiner Meinung nach geschmacklich am besten. Nur wenig bitter und sehr frisch.
Nachteil: Man muss ein Glas mit großer Öffnung haben.

C) Ganze Zitronen mit einem Gestell aus Edelstahl oder in ein Baumwollsäckchen in einem Glas über Alkohol gestellt bzw. gehängt.
Vorteil: Weniger bitter als Methode A.
Nachteil: Auch hier braucht man ein Glas mit großer Öffnung. Bastelaufwand. Meiner Meinung nach geschmacklich etwas muffig / oxidiert.

Also ich empfehle jedenfalls Methode B.

In jedem Fall müssen die Zitronen eine unbehandelte Schale haben. Daher eignen sich nur Bio-Zitronen oder natürlich selbstgepflückte.

Pro liter 40%igen Vodka oder Korn braucht es 3 Zitronen. Wenn sie sehr klein sind, eher 4. Bei normaler Raumtemperatur empfehle ich zwei Wochen Mazerationsdauer.

Wenn man den Limoncello alkoholschwächer haben will, sollte man erst nach dem Mazerieren verdünnen. Der Limoncello wird dann wahrscheinlich milchig.

Danach durch einen Kaffeefilter filtern.

Nach dem Filtern kommt Zucker dazu:
Für eine unverdünnte Version empfehle ich 50-100g Zucker pro liter. Weißen Zucker. Brauner Zucker schmeckt zwar gut, trübt den Limoncello aber. Den Zucker einfach hineingeben und immer mal wieder kurz schütteln. Es braucht ein bisschen, bis er sich löst, aber zuerst einen Sirup zu machen ist unnötig. Ganz ohne Zucker ist der Ansatz zu bitter meiner Meinung nach. So wie viele andere Ansätze leider auch. Für ganz ohne Zucker müsste man einen Geist machen, dabei bleiben die Bitterstoffe zurück.

Typischerweise wird Limoncello gekühlt getrunken. Unverdünnt stelle ich ihn ins Eisfach, verdünnt darf er nur in den Kühlschrank, da er im Eisfach gefrieren würde.

Mit anderen Zitrusfrüchten geht das auch. ZB "Arancello" aus Orangen. Weil die normalerweise etwas größer sind als Zitronen, reichen dann auch 2 Früchte pro liter Vodka.
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aragones
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Re: Limoncello

Beitrag von aragones »

..ich habe bislang nur nach Methode a) Orangen und Zitronen gearbeitet teilweise und mit ca 10% selbstgemachten Leuterzucker gesüsst.
Ergebnis kam gut an kann ich nur bestätigen
nun meine Frage zu b) Ganze Früchte .. meinst du damit wirklich "im Ganzen lassen" oder die Früchte klein schneiden aber alles in den Ansatz tun ?
Gruß Aragones
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Hügelwilli
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Re: Limoncello

Beitrag von Hügelwilli »

Ganz lassen. Also nur waschen vorher. Nicht kleinschneiden.

Ja. Limoncello kommt immer gut an. Auch mit den anderen zwei Methoden. Wie gesagt, ich habe viel rumprobiert und B schmeckt mir am besten.

Welche Trinkstärke nimmst du?
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aragones
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Re: Limoncello

Beitrag von aragones »

Trinkstärke ist schwer zu sagen lässt sich ja nicht mehr messen ...
den Ansatz hab ich mit so 40..43% gemacht was die Schalen rausgesaugt haben ---schwer zu sagen.
Aufgesüßt hab ich dann mit selbstgemachtem Leuterzucker (Rezept weiss ich nicht mehr genau ) so ca 10-20 % also ca 100-200ml / liter nach Geschmack ... schätze ich komme so auf ca 32-35 %. Messen geht ja leider nicht mehr mit der Spindel...
war da sehr empirisch unterwegs und hab nicht präzise dokumentiert ...

Nachtrag: Hab gestern noch mal nachgeschaut. Habs auf (rechneriesche) 30% eingestellt
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