Mein erster Rum - nach derwo

Alkohol aus Zuckerrohrmelasse, Rohrzucker oder Zuckerrohrsaft
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derwo
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von derwo » 8. Jul 2019, 21:55

Andersherum: 34% bei 21.3°C entsprechen 33.4% bei 20°C. Also wenn die 21.3°C stimmen, kannst du schonmal 0.6vol% von deinen Werten abziehen.

Ich glaube nicht, daß die immer die gleiche Melasse haben. Deswegen steht ja auch "Typical analisis" drüber. Mal ist mehr, mal weniger Zucker drin. Auch die anderen Stoffe können variieren.

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azeotrop
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 8. Jul 2019, 22:40

derwo hat geschrieben:
8. Jul 2019, 21:55
Andersherum: 34% bei 21.3°C entsprechen 33.4% bei 20°C. Also wenn die 21.3°C stimmen, kannst du schonmal 0.6vol% von deinen Werten abziehen.
Ich meine es wäre anders herum.
Bei höheren Temperaturen zeigt eine Spindel zuviel an, und man muss was von der Anzeige abziehen.
Bei höherer Temperatur sinkt die Dichte des Destillats, das Gewicht der Spindel bleibt gleich.
Also sinkt sie tiefer und zeigt zu viel an.

Mit den Daten auf meinem Melasseaufkleber hast du vollkommen recht.
Das ist immer der selbe Aufkleber, egal wie die Melasse grad in den Abfallkübel läuft.
Ich könnte ja mal 100ml bei 20 Grad wiegen. Reicht das SG für unsere Frage nach dem Zucker?
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derwo
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von derwo » 8. Jul 2019, 23:37

Ich hatte den Eindruck, du verstehst das mit der Temperaturkorrektur falsch herum. Egal.

Die Dichte zu messen, hat nur wenig Sinn. Das ist das besondere bei Melasse. Es sind außer dem Zucker noch so viel andere schwere Sachen drin. Eine höhere Dichte bedeutet nicht unbedingt mehr Zucker.

Die Rechnung mit der Differenz vor und nach der Gärung ist aber trotzdem sehr genau. Also beim nächsten mal könntest du ja die Werte mal notieren und mit dem Ergebnis vom Raubrand vergleichen. Just for shit & giggles.

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Seleni
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von Seleni » 9. Jul 2019, 09:49

derwo hat geschrieben:
8. Jul 2019, 17:57
Jedenfalls bei 30 bzw 34% hättest du noch die Möglichkeit, doppelt brennen auszuprobieren. Wenn du beim Dreifachbrand bleibst, versuche die nächsten Läufe noch etwas weiter runterzubrennen. 10l kannst du beim Mittel- und Feinbrand ruhig im Kessel haben.
Vielleicht einmal doppelt und einmal dreifach zwecks Unterschied feststellen.
Bitte weiter berichten, ist sehr spannend (habe auch noch eine Melasse im Keller)

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azeotrop
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 9. Jul 2019, 20:18

Gestern Nachmittag habe ich nochmal 2 x 12,5 Liter Maische angesetzt.

Grundlage waren 2 x 2l vergorene Maische die nicht mehr in den Brennkessel gepasst hatte und zu wenig für einen eigenen Rauhbrand in meinem 12l Kessel war.

Dazu kamen pro 12,5 Portion 4,2 kg ( 3l ) Melasse, 55g Blaukorn flüssig 8-8-5 mit Spurennährstoffen, 1 Pille Vitamin B1 (11mg) und 6 g Butter.

Da ja noch lebende Hefe in der vergorenen Maische erwartet wurde habe ich kein kochendes Wasser aufgegossen, sondern direkt mit 45 Grad warmem Wasser auf die Menge von 11,5l aufgefüllt.
Die Endtemperatur war 37,5 Grad. Dann wurde die Maische noch mit einer Aquarienpumpe und einem Sprudlerstein gut belüftet und über Nacht bei 25 Grad Raumtemperatur warm gestellt.
Ihr hättet das Gesicht meiner Frau sehen sollen, als ich die Heizung eingeschaltet habe :-1:

Heute (nach 24h) hatte noch keine Gärung begonnen. Ich habe dann pro 12,5 l Maische 1,5 Würfel frische Backhefe rehydriert und in drei Teilen Langsam die Hefe mit der Maische angefüttert und an den Restalkohol gewöhnt.
Sie sprudelt schon ganz munter und ich habe sie soeben zur Maische gegeben.

Wenn die Sonne stark scheint werde ich die Maische in die pralle Sonne stellen, ansonsten nutze ich einen auf 25 Grad aufgeheizten Kellerraum.

Mal sehen wie es klappt.
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 10. Jul 2019, 14:47

Frage zum Dunder. Habe ein paar Töpfe angesetzt. Details später. PH liegt bei 4,5. Brauche ich unbedingt gelöschten Kalk oder kann ich Waschsoda nehmen um den PH Wert zu erhöhen?
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von derwo » 10. Jul 2019, 15:11

Mit Soda oä bildet die Schwefelsäure dann ein lösliches Salz. Es fällt also nicht aus.
Und dein Gartenkalk geht nicht, da er sich im schwach sauren Milieu nicht gut löst.

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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 10. Jul 2019, 16:09

Wieder was gelernt.
Ist bestellt.
Ich habe heute die ersten 3 Dunder Versuche gestartet. Jeweils 2 Liter und eine Handvoll der Zutaten
1) mit Gartenerde, etwas Kompost und etwas Pflanzerde vom Gartenmarkt
2) Die Rinde von überreifem Limburger
3) Den fast trockenen Kesselrest vom Rauhbrand meiner Schlehenmaische inkl. Kerne plus eine zerrupfte Scheibe altes Weißbrot.
Nächster Plan
4) angeschimmelte Apfelreste und Bananenschalen
5) angeschimmeltes Brot mit Marmelade

Noch Ideen? Ich hätte noch noch Lust auf Experimente.
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von derwo » 10. Jul 2019, 18:40

- Emmentaler. Oder ein anderer Käse mit Löchern. Die Löcher sind von Propionbakterien, welche Propionsäure herstellen. Allgemein denke ich, mit verschiedenen Käsesorten kann man auch verschiedene Aromen bekommen. Es sind aber freilich immer Laktosebakterien dabei. Also bekommt man viele Milchsäureester, welche aber eigentlich eher bei Whisky und nicht bei Rum zuhause sind.
- Joghurt oder ähnliches. Kefir zB. Hier sind es dann aber natürlich auch vor allem Milchsäureester.
- Kartoffelschalen. Darauf sind auch Clostridien (Buttersäureproduzenten). Wahrscheinlich einfach deswegen, weil sie ja in der Erde gewachsen sind.

Verdünnt hast du den Dunder, gell?

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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 10. Jul 2019, 19:19

Ja, ich habe verdünnt.

OK, nun hab ich es begriffen mit der Propionsäure.
Das mit den Kartoffelschalen gefällt mir auch. Die werfe ich noch zur Erde dazu

Dann sind meine Varianten:
1) mit Gartenerde, etwas Kompost und etwas Pflanzerde vom Gartenmarkt plus Kartoffelschalen
2) Die Rinde von überreifem Limburger
3) Den fast trockenen Kesselrest vom Rauhbrand meiner Schlehenmaische inkl. Kerne plus eine zerrupfte Scheibe altes Weißbrot.
4) Emmentaler gerieben

Ob 2 und 3 verwendet werden weiß ich noch nicht. Mich reizt einfach die Spielerei mit den ekligen Sachen :shifty:

Die Gärung der beiden 12,5l Portionen läuft langsam an. Man sieht auf der Oberfläche noch keine Bläschen, aber wenn ich die Nase in die Tonne stecke, rieche ich den fast stechenden Geruch der Kohlensäure.
Wenn ich das Ohr an die Tonne halte, höre ich deutlich ein Knistern und Rauschen.
Da es draussen kühl ist, bleibt die Maische bei 25Grad im Keller stehen und die Heizung bleibt an.
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 10. Jul 2019, 21:32

Was hältst du davon?
https://www.homebrewshop.be/de/zuivel-m ... ur-v-500-l
Natürlich werde ich den einfacheren Weg über den Löcher-Käse nehmen. Aber rin aus Interesse...
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von derwo » 10. Jul 2019, 21:52

Eine reine Propionkultur wäre schon mal interessant. Es ist eine der Ideen für meinen nächsten Rum.
Viel weniger, dürfte aber locker reichen, bisschen billiger:
https://www.ebay.de/itm/Propionsaure-Ku ... SwB0hcZa9e

In der Bibliothek ist übrigens eine pdf über Isobutyl propinate.
Man muss aber sagen, es gibt verschiedene Meinungen (und pdfs), welche Aromastoffe wie wichtig sind.

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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 10. Jul 2019, 22:08

Ok, hab ich bestellt. :idea:
Ich hab zwar nicht viel Ahnung, bin aber seeeeehr neugierig. :study:
Verschiedene Meinungen sind toll, ausprobieren aber auch.
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 10. Jul 2019, 23:29

Übrigens, die Fassdauben aus angekokelter amerikanischer Weißeiche sind gekommen.
Die werde ich schon mal nach deiner Anleitung vorbereiten, bis irgendwann der dritte Brand fertig ist.
IMG_4936.jpeg
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Re: Mein erster Rum - nach derwo

Beitrag von azeotrop » 11. Jul 2019, 20:59

Die Gärung verläuft bei 25 Grad ganz anders als die erste Runde bei bis zu 38 Grad.
Viel ruhiger und dauert auch länger. Ich habe heute mal gekostet, es schmeckt noch nicht trocken und die Gärung dümpelt vor sich hin. Man hört es aber deutlich wenn man das Ohr an den Behälter legt.

Heute habe ich die Maische nochmal kräftig belüftet um die Hefe zum Wachstum anzuregen.
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