Grogs Rumrezept

Alkohol aus Zuckerrohrmelasse, Rohrzucker oder Zuckerrohrsaft
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Grog
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Grogs Rumrezept

Beitrag von Grog »

Hügelwilli-Edit: Ich hab das folgende Rezept aus einem anderen Thema abgetrennt. Grogs erster Satz passt jetzt nicht mehr, aber ich lasse es so.


Wo ich versau hier schon mal dein thread, aber ich möchte meine Erfahrung weitergeben... bin mittlerweile methodisch und pragmatisch geworden :lol:

Also für alle das einfachste Rum Rezept der Welt:

- 7l Melasse (40% Zucker)
- 2l Ananassaft (10% Zucker) gefiltert
- 16l Wasser
- 20gr Kalziumcarbonat (als PH-Puffer)
- 40gr Backhefe bzw. Wuchtelhefe
(wer sichs antun möchte: spindeln und evtl. auf 94°Oe bzw. 22,5% Brix/Blg aufzuckern - dann aber Reinzuchthefe benützen)

Gärt bei 25-30°C in max 5 Tagen zu Ende, lasse es normalerweise noch ein paar Tage mehr stehen bis der Gärspund wirklich tod ist und verzichte somit auf Antischaum, Öl oder Butter.

1. Raubrand von der kompletten Vinasse + Hefesatz alles rausholen bis in die niedrigen Prozente und ohne Retifikation.
2. Raubrand nehmen und mit 5l Dunder bzw. im Verhältnis 1:1 mischen (muss jeder selber gucken wieviel Raubrand zusammen kommt).
3. Erneut ein Raubrand wie oben durchführen, diesmal aber die Foreshots abtrennen, ich mache es mit Packung und CM, danach lasse ich den Dephlagmator aus bis zum bitteren Ende.
4. Feinbrand in CM Modus und cuts bis 92°C, entscheide später welche tails im batch landen, alles andere wird für ein all feints run gesammelt.

Lagerung... das nimmt ein extra Thread in Anspruch, muss mich erst durchlesen was bereits alles gepostet wurde :thinking: meinerseits handhabe ich das aging mit den Eichenchips. Erst ein paar Tage belüften, dann sukzessive TL Chips dazu geben bis das gewünschte Ergebnis vorliegt. Lagert dann normal 1 Jahr bei 65% und wird dann verdünnt auf 40% und mit 20gr Karamell/l verfeinert.
Wer den weissen Rum mag lässt das aging sein und lagert den weissen Rum in ein Glas oder Edelstahlbehälter.
All feints runs werden von mir gewürzt und ergeben dann ein spiced rum.

Das wär's vorerst... bin ein wenig übers Thema geflogen, Fragen werden im Urlaub gerne beantwortet :study:

Und Wo, muss mich noch durch deine threads durchforsten, habe erst ansatzweise verstanden was du da verdunderst, aber die widerliche Plörre interessiert mich :+1: und du bist sicher dass wir uns nichts einfangen? :lol: wie sieht's mit der Menge an Vorlauf aus? Wette der ist ziemlich krass angestiegen!
Ich würde beim nächsten Brand den Dunder erst ne Woche - 10 Tage offen stehen lassen bevor ich ihn zum Raubrand gebe, was meinst du? Muss ich den unbedingt infizieren?? Da denke ich dann eher noch an den Hefe und Milchsäurebakterien welche vielleicht auf Bananenschalen sitzen... würde vielleicht 3 batch Dunder wild arbeiten lassen und dann entscheiden welcher weiter verarbeitet wird... mir ist nur vor den Neben(abfall)produkten mulmig :crazy:
Rum must, sugar may, water can...
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derwo
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Re: Grogs Rumrezept

Beitrag von derwo »

Mit Ananassaft ist es aber kein Rum mehr... :naughty: :lol:
Klingt aber wie ein sicheres und gutes Rezept. Und das Vierfachbrennverfahren wird einen guten Rum bringen.
Die anderen Sachen haben aber in dem "Einfachen Rumrezept" nichts zu suchen. Wirst wohl am besten neue Themen starten müssen, damit das Plaudern losgeht. :D
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Grog
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Re: Grogs Rumrezept

Beitrag von Grog »

derwo hat geschrieben: 22. Dez 2019, 20:39 Mit Ananassaft ist es aber kein Rum mehr... :naughty: :lol:
Klingt aber wie ein sicheres und gutes Rezept. Und das Vierfachbrennverfahren wird einen guten Rum bringen.
Die anderen Sachen haben aber in dem "Einfachen Rumrezept" nichts zu suchen. Wirst wohl am besten neue Themen starten müssen, damit das Plaudern losgeht. :D
Ja sicher, aber zu meiner Frage: wie sieht's beim brennen eines solchen Dunderzusatzes aus welcher 1. und 2. Weltkrieg mitgemacht hat? Mehr Vorlauf aber auch bananige tails? Was war der Unterschied zum brennen auf herkömmlicher Basis ohne Dunder?
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derwo
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Re: Grogs Rumrezept

Beitrag von derwo »

Schon mehr Vorlauf. Aber das ist ja auch Geschmackssache. Bananig ist es eher auch im Vorlauf. Der große Unterschied ist die Fruchtigkeit, vor allem Ananas.
Wie gesagt, das gehört hier nicht hin. Ich dachte, ich hätte irgendwo in diesem Forum schon mehr geschrieben dazu, war aber wohl nur auf schnapsbrennen und hd.
Hier ist was:
viewtopic.php?f=19&t=62&p=427
Und alle Themen im Bereich "Rum". Suchwort "Ester" vor allem.

Werde aber die Tage noch was schreiben.
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derwo
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Re: Grogs Rumrezept

Beitrag von derwo »

Im Endeffekt hat uninfizierter Dunder nur wenig Einfluss auf das Endergebnis. Er besteht ja aus Sachen, die es den ersten Brand nicht ins Destillat geschafft haben. Also werden sie es das zweite mal auch eher nicht schaffen. Außer es ist halt was passiert inzwischen. Für mich persönlich ist verlängerte Gärung inzwischen interessanter als Dunder zu infizieren. Die Aromen durch infizierten Dunder sind zwar anders nicht zu erreichen als durch infizierten Dunder, aber ich hab halt inzwischen recht viel Rum in die Richtung.

Edit: Und Milchsäurebakterien finden sich meist eher (also in einer Menge, welche andere Organismen dann dominiert) auf Sachen ohne vergärbaren Zucker. Denn diese Bakterien haben die Fähigkeit, Stärke und andere, komplexere Moleküle zu verarbeiten. Daher findet man sie meist auf Getreideprodukten. Folgerichtig sind Milchsäureester auch eher in Whisky als in Rum zu finden.