Umbau des Thermometers an meiner Boka

Der Selbstbau von Destillen
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azeotrop
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Umbau des Thermometers an meiner Boka

Beitrag von azeotrop »

Bisher hatte ich einen fertigen Platin PT100 Temperaturfühler verwendet.
Dieser sah so aus:
IMG_7651.JPG
Der dünne Sensorteil ist 23mm lang.
Ich habe ihn mit einer dicken Teflonisolierung versehen durch die 2mm Wandung des 2 Zoll Rohres gesteckt.
Er ragte innen ca. 20mm ins Rohr hinein. Das obere schräge Blech schützte den Sensor vor Reflux.
IMG_5354.JPG
IMG_5351.JPG
Obwohl der Sensor selbst nur geringe Abweichungen hatte, wurde die Dampftemperatur um 0,7°C zu niedrig gemessen.

Ich habe dann in Fachbüchern gelesen dass die Eintauchtiefe eines Sensorschutzrohrs für genaue Messungen 10 mal der Sensordurchmesser sein muss.
Zusätzlich wäre es besser die metallischen Teile des Sensors nicht in die kühlere Umhebung ragen zu lassen. Es sei besser das Schutzrohr nicht nach aussen ragen zu lassen. Dann ist mir noch aufgefallen dass die Profis die Schutzrohre nicht gegen den Dampfbehälter isolieren sondern ihn fest metallisch verbinden.

Leider kann ich keinen längeren Sensor reinstecken, da dieser dann im Reflux-Regen stände.
Meine selbstgebauten Fühler ist aber flexibel und kann in ein gebogenes Schutzrohr gesteckt werden.

Hier war ein Versuch mit einem 4 mm Rohr, aber das war für den Sensor zu eng.
IMG_7578.JPG
Ich habe dann ein 6mm Kupferrohr entsprechend gebogen und fest mit dem 2'' Rohr verlötet. Vorne habe ich das Rohr auch zugelötet.

IMG_7580.JPG

Das Röhrchen habe ich dann vorne mit Wärmeleitpaste gefüllt und den Sensor bis in die Spitze reingesteckt.
IMG_7583.JPG
IMG_7584.JPG
IMG_7589.JPG

Heute habe ich dann die Dampftemperaturanzeige überprüft. Das vorher bereits kalibrierte Thermometer zeigte nun ohne weitere Anpassung die errechnete Dampftemperatur mit einer Abweichung von +0,05°C an.
Mir gefällt dass ich den Sensor im laufenden Betrieb einfach raus ziehen kann.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
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derwo
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Re: Umbau des Thermometers an meiner Boka

Beitrag von derwo »

Und kannst du den Anzeigewert verändern, zB wenn du den Sensor nicht ganz bis zum Ende des Röhchen steckst? Oder (nur als Idee, falls du weitere Muse hast, die Zuverlässigkeit des Siedepunkts zu testen. Ich weiß ja, wie viel du in dieses Thema schon investiert hast) wenn du ein Rohr zB mit 10mm ID um das 6mm-Röhrchen montierst?, also eine kleine Thermometersauna provisorisch drumherumbaust?

Ich meine halt, es ist verwunderlich, warum du nun plötzlich hier so gute Ergebnisse hast, obwohl die Anzeige in dem anderen Thema so beliebig verstellbar ist.

Ist das mit der Wärmeleitpaste eine gute permanente Lösung? Oder verdunstet die oder trocknet sie ein?
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azeotrop
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Re: Umbau des Thermometers an meiner Boka

Beitrag von azeotrop »

derwo hat geschrieben: 28. Jun 2021, 21:02 Und kannst du den Anzeigewert verändern, zB wenn du den Sensor nicht ganz bis zum Ende des Röhrchen steckst?
Die Änderung ist ziemlich gering, ungefähr bis zur halben Tiefe. Ich glaube dass die Wärmeleitpaste hier den Unterschied macht.


derwo hat geschrieben: 28. Jun 2021, 21:02 Ist das mit der Wärmeleitpaste eine gute permanente Lösung? Oder verdunstet die oder trocknet sie ein?
In der Elektronik wird die Wärmeleitpaste zwischen Bauteil (Mikroprozessor z.B.) und Kühlkörper bei der Fertigung eingebracht und hält für die Lebensdauer des Geräts. Das sollte hier nicht anders sein.
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