Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Der Selbstbau von Destillen
geHeimBrenner
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Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von geHeimBrenner »

Guten Morgen allerseits!

Nachdem mein "Selbstbau-Projekt" (wenn man eine Schottverschraubung durch einen Deckel eines fertigen Topfes überhaupt so nennen darf) mittlerweile fertig und die 2"-Verrohrung damt Dichtungen und Clamps angekommen ist stellt sich die Frage des Abdichtens vom Deckel gegen den Topf.

Im ersten Versuch mit Wasser habe ich sowohl den Topfrand als auch den Deckelrand mit je 2 Lagen Teflonband umwickelt, das Ganze aufeinandergesetzt, außen nochmals 2 Lagen Teflonband drumgewickelt und losgelegt. Die Konstruktion war soweit auch dicht.
Einziger Nachteil ist die unglaubliche Menge an Teflonband die dafür draufgeht. Und nach einmaliger Verwendung muß es dann auch schon wieder entsorgt werden da ich Topf und Deckel nicht auseinanderbekomme ohne irgendetwas von den Lagen zu beschädigen oder mit abzuziehen.

Nun habe ich überlegt, ob es nicht irgendwelche fertigen Teflon-Dichtringe ähnlich den 2"-Ringen für die TriClamps - nur eben in etwas größer, so um die 38cm im Durchemsser - gibt.
Optimal wäre ein Dichtring, den ich um die "Lippe" am Deckel legen kann. Der Deckel ist in Etwa so aufgebaut wie ein Einmachglas mit diesen Gummi-Dichtungen. Nach Außen hin an der Kante eingeknickt und dann nochmal ein Stück nach außen gezogen. Hier würde eine Dichtung optimal halten und dann auch gut funktionieren.

Kennt jemand von euch Bezugsquellen für solche "Sondergrößen" von Dichtungsringen?
Danke schon mal!
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derwo
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von derwo »

Du hast aber schon auch Klammern oder so, die das zusammendrücken, gell?
Dann reicht es, den Topf und den Deckel einzeln zu umwickeln. Nur zweimal ist aber etwas dürftig, eher je fünfmal. Aber das hält dann auch ewig.
Ich habe Teflonband immer nur erneuert, wenn ich umgebaut habe. Also bevor ich was am Deckel löte, muss das Band halt runter, und danach mache ich neues drauf. Und das Band am Topf habe ich auch mal erneuert, aber ich weiß nicht mehr, warum. Mit der Zeit lösen sich so einzelne Fäden, vielleicht war es das.


Ein 38cm-Dichtring aus Teflon würde vielleicht verrutschen. Und wenn nicht, würde er aber mit der Zeit sich durch den Druck vielleicht aufweiten und dann nicht mehr passen. Bei einer solchen Abdichtung gibt es zwei Stellen, wo Undichtigkeiten auftreten können: oberhalb und unterhalb des Rings. Also zweimal Teflon and hartes Edelstahl gepresst. Das verlangt viel Druck, um dicht zu sein. Bei der Teflonbanddichtung gibt es nur eine Stelle: zwischen dem umwickelten Deckel und dem umwickelten Topfrand. Also vergleichsweise weiches Teflon auf weiches Teflon. Weich auf weich wird mit weniger Anpressdruck dicht als weich auf hart.
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aragones
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von aragones »

Probier doch mal so einen Dichtung aus Pappkarton ( Rückseite Kalender oder Zeichenblock etc) auszuschneiden. Ggf diese dann nochmit Teflonband umwickeln….
Ich nutze seit jeher so eine Dichtung und bi zufrieden damit… allerdings ist meine Flanschfläche breiter als bei einem Topf
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derwo
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von derwo »

Könnte auch gehen. Aber nicht nur "ggf" mit Teflon umwickeln. Ohne Teflon saugt sich das voll, ist dann nicht so dicht und geht glaube ich auch schnell kaputt.
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aragones
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von aragones »

…. Das ist genau der Clou… da wo es nicht 100 % anliegt quillt es auf und dichtet dann erst recht ab …
Ist also selbnachdichtend!
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derwo
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von derwo »

Und du meinst nicht, daß dann beständig Alkoholdampf durchgeht, der dann außen unauffällig verdunstet?
geHeimBrenner
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von geHeimBrenner »

derwo hat geschrieben: 5. Sep 2021, 10:53 Du hast aber schon auch Klammern oder so, die das zusammendrücken, gell?
Ja klar! Dicht war es ja auch. Was mich nur geärgert hat war, dass die Dichtung dann eben nicht beständig war und mir nach dem Öffnen in Einzelteilen eitgegenkam.
Pro Durchgang eine halbe Rolle Teflonband (OK, etwas übertrieben, andererseits ... bei 5 Lagen?) zu verbrauchen und danach wegzuwerfen ist mir irgendwie zu extrem. Deshalb dachte ich, dass es da vielleicht eine Lösung gibt die länger hält und mehrfach nutzbar ist.
Eventuell funktioniert es ja tatsächlich etwas langlebiger mit noch mehr Lagen, werd ich auf jeden Fall noch ausprobieren. Danke!
aragones hat geschrieben: 5. Sep 2021, 11:23 Probier doch mal so einen Dichtung aus Pappkarton ( Rückseite Kalender oder Zeichenblock etc) auszuschneiden. Ggf diese dann nochmit Teflonband umwickeln….
Ich nutze seit jeher so eine Dichtung und bi zufrieden damit… allerdings ist meine Flanschfläche breiter als bei einem Topf
Danke auch dir! Das wäre auf jeden Fall noch eine Option, entsprechenden (dünnen) Karton habe ich sogar hier. Mal schauen was sich da basteln lässt.
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derwo
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von derwo »

geHeimBrenner hat geschrieben: 6. Sep 2021, 05:28 Was mich nur geärgert hat war, dass die Dichtung dann eben nicht beständig war und mir nach dem Öffnen in Einzelteilen eitgegenkam.
Das lag aber daran, daß sich die um Deckel und Topfrand gewickelten Bänder mit dem dann noch ums ganze herumgewickelte Band verbunden haben, oder? Wenn du das ums ganze gewickelte Band weglässt, dürfte da nichts kaputtgehen.
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aragones
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Re: Bezugsquellen für Teflon-Dichtung in "Übergröße"

Beitrag von aragones »

quote=derwo post_id=13179 time=1630871832 user_id=50]
Und du meinst nicht, daß dann beständig Alkoholdampf durchgeht, der dann außen unauffällig verdunstet?
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Meine Dichtung ist ca 2 cm breit und wird mit 8 M6 Schrauben im Lochkreisdurchmesser von ca 25cm angezogen. Damit bringe ich recht hohe Kllemmkräfte auf die auch den leichten Verzug des 2mm Deckels( vom Schweißen) ausgleichen kann. Die Dichtung macht das übrige. Da wo es anfangs nicht ganz anliegt quillt es auf und dichtet dann eben etwas weiter nach außen hin ab. Außen ist die Dichtung aber rundum trocken. Drum gehe ich davon aus das da auch kein Alkoholdampf durch kommt. Diverse Überprüfung auf Dichthielt haben auch keine Auffälligkeiten ergeben.
Bisher hab ich noch keine Notwendigkeit gesehen die Dichtung mit Teflonband zu umwickeln... im Gegenteil das würde mir ja ggf das Aufquellen verhindern
Einmal ist mir Maische übergekocht und hat mir die Packung verstopft und es hat sich anständig Druck im Kessel aufgebaut. Auch hier war es dann dicht , erst als ich die Schrauben langsam gelöst habe wurde es dann mal undicht und der Druck konnte sich langsam abbauen.

Hab auch schon als Provisorium eine Dichtungen für einen Überfüllventil für Pressluft aus Karton gebastelt und mit 200bar beaufschlagt… war auch dicht..Hängt natürlich auch immer von der Klemmkraft ab.

Die Dichtung muss ja nur kleine Unebenheiten und Oberfläckenrauheit etc. ausgleichen...

Ob das auch mit nur ca 0,5..1 cm breiter Dichtung und 38cm Durchmesser und den verwendeten Klemmen funktioniert kann ich nicht sagen.

..letztendlich muss es für jeden Anwendungsfall überprüft bzw ausprobiert werden…
Habe die Ehre Herr Geheimbrannt!