Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 27. Jan 2019, 13:47

Ja ok
es ist halt so, das ich viel Koche hier zu Hause und mit der zeit habe ich gelernt
welches Geschirr oder Töpfe-Pfannen man besser nicht benutzt wenn man etwas
bestimmtes will, Wasser Kochen können sie alle, Spiegeleier aber nicht :)
Deswegen die frage zb. Keg oder richtiger Kochtopfboden, was geht besser.
Zuletzt geändert von PuhBär am 27. Jan 2019, 14:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 27. Jan 2019, 13:55

Natürlich geht ein schön flacher Kochtopf-Sandwichboden am besten. Das heißt aber nicht, daß man den Nachteil eines dünnen gewölbten Blechbodens nicht vielleicht durch ein entsprechend gestaltetes Rührwerk vollkommen ausgleichen kann. Einen KEG mit "Fahrradkettenrührwerk" hab ich noch nie gesehen, wahrscheinlich hat es noch keiner gebaut. Für mich klingt die Idee sehr überzeugend. Wenn die Kette schön schwer ist und sich gut anschmiegt, glaube ich, daß ein WMF-Kochtopf mit Rührwerk dann keine Vorteile mehr bezüglich Anbrennen und Temperaturverteilung gegenüber dem Fahrradkettenrührwerk-KEG hat.

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 30. Nov 2019, 18:53

Wie schon im Anbrennthread angekündigt, Plan B)
Auch die frage ob es grundsätzlich durch das Steigrohr möglich ist, ist denke ich beantwortet :D

Noch nicht ganz fertig, aber so sieht das erst mal aus, der Anschluss Motor-Rührwelle ist
ein interessantes Detail auf welches ich die Tage noch näher eingehen werde.
Dateianhänge
20.jpg
19.jpg
18.jpg
Sollte noch genug Platz für Dampf sein
17.jpg
16.jpg
Anbidung Motor, Details folgen
15.jpg
Wellenaustritt unten
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 2. Dez 2019, 15:00

Ja, die Befestigung ist sehr schön. Kette muss noch dran, das weißt du. Wenn du es probeweise mit Wasser laufen lässt, mach ein bisschen Essig oder Zitronensäure rein, sonst setzt der Kalk vielleicht die Führung zu und es verklemmt.
Bin gespannt, wie es weitergeht. :+1:

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 2. Dez 2019, 19:08

Hier noch mal ein paar Bilder vom anschluss, ich werde auch noch Bilder von den
Lochscheiben machen und zeigen wie sie sehr einfach herzstellen bzw. zu Bohren
sind damit es einigermaßen genau wird, das ganze wird sehr fest und somit auch
sehr Laufruhig, es eiert nichts auch wenn es nicht so genau gearbeitet ist dank
des Kardans.
Im Prinzip sollte das Führungsrohr mit der Welle und Antrieb für jeden Kessel
geeignet sein, ich habe eben nur alles durch das Dampfrohr, was aber ja nicht
zwingend ist.
24.jpg
Das ist eigentlich das Wichtigste Detail, ich habe hier einen abgesägten 10mm Rohrschlüssel,
( Googel:Rohrschlüssel) in ein 15mm Kupferrohr gepresst, wodurch das Rohr die Form des 10mm
Schlüssels angenommen hat und sich dann sehr gut in das 18 mm Wellenrohr löten lies, der Rohrschlüssel
verbleibt auch darin!
Das ganze läßt es zu, zb. bei Motorversagen einfach mit einem 10mm Inbusschlüssel weiterzudrehen oder
einen Accuschrauber usw. anzuschliesen.
Es handelt sich hierbei schon um eine art Kardan,dieser läßt eine gewisse ungenauigkeit zu, was für
uns wieder von vorteil ist, da wir meistens nicht über entsprechende Werkzeuge verfügen um das
material so genau zu bearbeiten, weiter sieht man noch einen Flansch, habe ich schon mal gezeigt,
sehr einfach herzstellen und bei diesem Aufbau auch zwingend erforderlich damit die Welle nicht
nach unten durchrutscht.
23.jpg
Hier der Motor, ein Schweibenwischermotor mit 30und
60 umdrehungen, hier braucht nur eine 10mm Muter aufgedreht werden, somit ist der zweite teil des
Kardans schon fertig.
22.jpg
Hier das auflager für die Welle, nicht zwingend erforderlich wäre der Flansch, allerdings viel
einfacher zu löten!
25.jpg
Hier steckt die Welle drin und kann gedreht werden
Zuletzt geändert von PuhBär am 3. Dez 2019, 18:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 2. Dez 2019, 22:15

Wie immer hast du eine ganz eigene Lösung gefunden. Ich meine den Sechskant.
Bin gespannt, wie es läuft. 60 Umdrehungen wären zumindest bei richtig anbrenngefährlichen Sachen schön. 30 wird fast immer reichen. Kann sein, daß der Motor sehr heiß wird. Die Dinger sollen das aber aushalten. Sagen zumindest die Bierbrauer. Ein entsprechend starkes Netzteil brauchst du, gell?

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von BenDunker » 3. Dez 2019, 04:18

Mein großes Kompliment an deinen Bau. Ich bin sehr begeistert.

Und dadurch dass das Lagerrohr in die Maische ragt, ist dadurch auch Verbindung oben Dampf-dicht? Ich meine bei jeder Konstruktion ist unweigerlich irgendwo die Stelle an der das "drehende Teil" auf dem "festen Teil" sitzt. Das ist die Stelle, bzw. das Abdichten dieser Stelle, ist was mir bislang immer noch Kopfzerbrechen bereitet. Ich habe auch schon länger über ein 2'' T-Stück mit einem durchbohrtem Tri-clamp-Deckel nachgedacht. Das T-Stück sitzt auf meinem Deckel, hält das Lagerrohr an zwei Stellen und seitlich kann der Kühler angebracht werden. Das Lagerrohr kann einfach durch den 2''-Deckel gebohrt und festgelötet sein, aber wie bekomme ich das Lagerrohr innen dicht und verhindere dass Dampf oder Maische im Lagerrohr aufsteigen?
Die Bitterkeit der schlechten Qualität bleibt lange nach dem Vergessen der Süße des niedrigen Preises bestehen.
- Benjamin Franklin

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von aragones » 3. Dez 2019, 07:49

....aber wie bekomme ich das Lagerrohr innen dicht und verhindere dass Dampf oder Maische im Lagerrohr aufsteigen?
das ist wirklich die große Herausforderung... ich habe bei meinem Rührwerk ein 12er Edelstahlrohr in einem 15 er Kupferrohr ( 13 mm Innendurchmesser => daraus ergibt sich ein Ringspalt von 0,5 mm
Das Edelstahlrohr habe ich mit einem Stück Schraube mit Teflonband umwickelt innen verschlossen.
Die Welle und das Führungsrohr reichen, je nach Füllungsgrad im Kessel, bis in die Maische.
Zusätzlich habe ich de Welle an 2 Stellen mit mit Teflonband umwickelt .. so das es sich gerade noch in das Führungsrohr schieben lässt.
Solange die Heizleistung moderat ist und auch die Eintauchtiefe in die Maische groß genug ist es recht dicht...
dennoch gegen Ende der Destillation so bei ca 95 Grad DT und wenn der Flüssigkeitsspiegel im Kessel sinkt, dampft es da dann auch raus .. dann muss ich die Heizleistung entsprechend reduzieren. Zusätzlich gebe ich ein paar Tropfen Speiseöl in den Ringspalt das dichtet dann zusätzlich auch etwas ab ( zumindest so lange wie der Dampfdruck nicht all zu groß wird.)
Leider habe ich keinen Zugriff auf eine Drehbank etc. sonst würde ich in die Welle Nuten rein drehen und in diese dann passende Stücke Teflon Schläuche ( ca 2 cm lang der Länge nach aufgeschnitten ) oder Teflon Dichtbänder ( a la azeotrop) einlegen...
bei Puh´s Konstruktion sehe ich ggf als Manko, dass der Durchmesser der Führung nicht über die ganze Länge dem der Welle entspricht sondern nur an 2 verjüngten Stellen.
.. Besser wäre es sicher wenn über die ganze Wellenlänge das Führungsrohr möglichst eng anliegt.
die Idee mit dem Rohrschlüssel und der Hutmutter als Anbindung des Motors finde finde ich Klasse..da hab ich noch Defizite bei meiner Konstruktion
Bin nur gespannt ob der Motor bei Puhs Konstruktion dann genügend Abstützmoment findet und sich, speziell bei dickflüssigen Maischen, nicht um die Welle rotiert ( das ist mir nämlich anfangs passiert bis ich dann eine entsprechende Abstützung gezimmert habe )..

Grüße Aragones
Habe die Ehre Herr Geheimbrannt!

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 08:58

derwo hat geschrieben:
2. Dez 2019, 22:15
Wie immer hast du eine ganz eigene Lösung gefunden. Ich meine den Sechskant.
Bin gespannt, wie es läuft. 60 Umdrehungen wären zumindest bei richtig anbrenngefährlichen Sachen schön. 30 wird fast immer reichen. Kann sein, daß der Motor sehr heiß wird. Die Dinger sollen das aber aushalten. Sagen zumindest die Bierbrauer. Ein entsprechend starkes Netzteil brauchst du, gell?
Meinst du jetzt das er bei 30 Umdrehungen heiß wird?

So wie ich mich da rein gelesen habe sollte der Motor zwei wicklungen haben, man sieht ja
auch die zwei Anschlusskabel, das eine ist für 60 und das andere für 30 Umdrehungen,
er wird also nicht über die Stromstärke oder so geregelt.

Starkes Netzteil, ja da habe ich so ein Uralt Ladegerät, die Leistung ist sehr hoch, ob das
dauerhaft reicht weiß ich nicht, vom Strom verstehe ich leider gar nichts.
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 09:05

aragones hat geschrieben:
3. Dez 2019, 07:49

Bin nur gespannt ob der Motor bei Puhs Konstruktion dann genügend Abstützmoment findet und sich, speziell bei dickflüssigen Maischen, nicht um die Welle rotiert ( das ist mir nämlich anfangs passiert bis ich dann eine entsprechende Abstützung gezimmert habe )..

Grüße Aragones
Dazu müsste die gesamte Lötstelle abreißen, notfalls könnte man an der
stelle Hartlöten egal womit, es ist ja komplett aussen, also kein Dampf
im Spiel, danach muss es halten, da der Motor ja im Fahrzeug auch so
verbaut ist.

Anfangs war die entfernung zwischen Motor und welle auch größer, mit
Gewindestangen realisiert, aber da konnte man schon beim ansehen
denken, das die sich verwinden könnten, deswegen habe ich das so
extrem verkürzt.

ansonsten ein guter einwand, sollte man vielleicht nicht unterschätzen
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 09:14

BenDunker hat geschrieben:
3. Dez 2019, 04:18
Mein großes Kompliment an deinen Bau. Ich bin sehr begeistert.

Und dadurch dass das Lagerrohr in die Maische ragt, ist dadurch auch Verbindung oben Dampf-dicht?
Danke für dein Lob :D

zur dichtheit kann ich nur sagen das ich da auf die erfahrung vom Wo vertraue.

Was mich aber trotzdem stört, ist nicht der Dampf, ich habe einen Ringspalt von
ca. 1mm, die Fläche zum verdampfen ist halt sehr gering, das wird nichts machen,
aber es stört mich das Flüssigkeit eindringen kann, das macht die reinigung schwierig.
Auf der anderen Seite ist es aber auch wieder gut um Reibung zu verhindern.

Vielleicht solltest du deinen Plan mal genauer beschreiben, Fotos eigenen Thread,
dann kann jeder seinen Senf dazugeben und vielleicht kommt etwas gutes dabei
herraus.
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 3. Dez 2019, 10:29

Dicht ist es, wenn die Durchführung immer untergetaucht ist. Also man muss das Durchführungsohr einfach sehr lang machen. Dann ist es ganz einfach. Etwas mehr oder weniger Spalt ist dann egal. Irgendwie mit Dichtungsband rumfummeln muss man dann auch nicht.


Puh,
mit 30 Umdrehungen wird es weniger Strom ziehen und weniger heiß werden. Diese Motoren sind leider nicht besonders effizient. Also ein Großteil der reingesteckten Leistung wird leider in Wärme umgewandelt. Ein kleiner CPU-Lüfter daneben hilft vielleicht. Probier es aber ruhig erstmal ohne. Wie gesagt, Bierbrauer verwenden diese Dinger auch.
Ich denke, die zwei Wicklungen sind parallel. Dadurch hat man dann doppelte leistung und aber auch doppelten Stromverbrauch.

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von azeotrop » 3. Dez 2019, 12:33

Ich habe bei meinem Potstill-Rührwerk einen relativ großen Luftspalt und habe keinerlei Dampfaustritt.
Mein Führungsrohr geht sehr weit nach unten, so dass es unter allen Umständen immer in Flüssigkeit steht.
Flüssigkeit kann sowieso nicht nach oben gedrückt werden, da eine Potstill ja (im Normalfall) drucklos arbeitet.

Die Reinigung ist ganz leicht, da ich die Konstruktion ja einfach auseinanderziehen kann.
IMG_4737.jpeg
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 12:45

azeotrop hat geschrieben:
3. Dez 2019, 12:33
Ich habe bei meinem Potstill-Rührwerk einen relativ großen Luftspalt und habe keinerlei Dampfaustritt.
Mein Führungsrohr geht sehr weit nach unten, so dass es unter allen Umständen immer in Flüssigkeit steht.
Flüssigkeit kann sowieso nicht nach oben gedrückt werden, da eine Potstill ja (im Normalfall) drucklos arbeitet.

Die Reinigung ist ganz leicht, da ich die Konstruktion ja einfach auseinanderziehen kann.

IMG_4737.jpeg
Ja aber die Flüssigkeit wird auch immer so hoch aufsteigen wie Flüssigkeit im Topf
ist und dann die Frage nach dem Druck, Potstill ist drucklos, aber wer noch zum
Rühren Refluxen will, der könnte Probleme bekommen.
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 3. Dez 2019, 13:23

Wenn die Packung nicht überfordert ist, hat eine Reflux auch nicht mehr Druck als eine Potstill.
Was aber passieren kann:
Obststücke spritzen nach oben und verstopfen die ersten paar cm Packung. Dann entsteht ein mordsmäßiger Überdruck im Kessel, welcher sich am schwächsten Punkt entläd. Also entweder kommt dann Schaum und Dampf irgendwo durch die Deckeldichtung raus oder Maische die Rührwerkdurchführung hoch. Wahrscheinlich beides.

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 13:54

derwo hat geschrieben:
3. Dez 2019, 13:23
Wenn die Packung nicht überfordert ist, hat eine Reflux auch nicht mehr Druck als eine Potstill.
Was aber passieren kann:
Obststücke spritzen nach oben und verstopfen die ersten paar cm Packung. Dann entsteht ein mordsmäßiger Überdruck im Kessel, welcher sich am schwächsten Punkt entläd. Also entweder kommt dann Schaum und Dampf irgendwo durch die Deckeldichtung raus oder Maische die Rührwerkdurchführung hoch. Wahrscheinlich beides.
Könnte da nicht ein Prallblech helfen? oder ein Sieb, wo aber noch Dampf drumherum kann,
also irgendwie im Kessel am Deckel hängend kurz unter Steigrohranfang.
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 3. Dez 2019, 14:20

Kann schon helfen. Nicht aber, wenn der Schaum die Stücke oder Partikel hochträgt. Und das ist realistisch. ZB bei Nussgeist.
Und ein Prallblech kostet auch wieder Füllhöhe. Dann kann man gleich weniger einfüllen und das Problem ist beseitigt.

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von azeotrop » 3. Dez 2019, 14:54

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In einer Reflux Kolonne tritt im Kessel auch bei Normalbetrieb ein leichter Überdruck auf.
Ich habe den bei mir selbst gemessen.
Bis zu 20 cm Wassersäule sind ganz normal.
Je näher man an die Flutgrenze kommt, umso höher wird dieser Druck.
Ich habe 50 cm Wassersäule gemessen.
Da die Kolonne ja kurz vor dem Fluten am Besten läuft, kann man nicht von "drucklos" sprechen
Es grüßt Azeotrop
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 16:36

azeotrop hat geschrieben:
3. Dez 2019, 14:54
PuhBär

In einer Reflux Kolonne tritt im Kessel auch bei Normalbetrieb ein leichter Überdruck auf.
Ich habe den bei mir selbst gemessen.
Bis zu 20 cm Wassersäule sind ganz normal.
Je näher man an die Flutgrenze kommt, umso höher wird dieser Druck.
Ich habe 50 cm Wassersäule gemessen.
Da die Kolonne ja kurz vor dem Fluten am Besten läuft, kann man nicht von "drucklos" sprechen
Da kann ich jetzt nicht wirklich etwas zu sagen, ich zitiere den Wo:
Wenn die Packung nicht überfordert ist, hat eine Reflux auch nicht mehr Druck als eine Potstill.

Da stellt sich die frage: ist meine Packung überfordert? da bei mir alles sehr unterdimensioniert
würde ich sagen, meine ist überfordert, hat jemand eine Reflux die Drucklos ist?
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 3. Dez 2019, 17:33

Also ganz drucklos geht natürlich weder bei Potstill noch bei Reflux. Denn sonst kommt der Dampf ja nicht raus. 50cm Wassersäule entsprechen dem Druckunterschied von so 400 Höhenmetern, hab ich gerade ergoogelt. Schön daß es mal jemand gemessen hat. Und ich gebe zu, ich habe das unterschätzt. Aber es ist trotzdem zu wenig, um bei mir Maische die Wellendurchführung hochzupressen.
So lange Puhs Kolonne nicht flutet, wird der Druck wohl darunterliegen.

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 17:35

Hier noch ein bisschen was dazu wie ich die Scheiben gemacht habe.
10.JPG
Um die Scheiben herzustellen habe ich erst mal drei Kupferplatten
verzinnt und danach zusammen gelötet, das ganze zwei mal.
Hier zeige ich das nur mit einem Blech, man weiß ja was gemeint
ist.
Mitte anzeichnen und ein Loch Bohren im durchmesser des
Gewindes vom Motor.
9.JPG
So sieht das dann aus.
8.JPG
Jetzt habe ich mir drei Schrauben abgesägt und nacheinander mit
der Bohrmaschine und der kleinen Flex angespitzt, also Kopf
absägen, Gewinde in das Bohrfutter einspannen, laufen lassen
und Flex dagegen halten bis sie schön spitz sind.
Können natürlich auch kurze Gewindestangen sein.
7.JPG
Die so hergestellten spitzen schrauben werden dann in die
Gewinde vom Motor drehen, alle in etwa gleich tief.
6.JPG
Jetzt die Platte schön fest aufschrauben.
5.JPG
Die Spitzen drücken schon gegen das Blech.
4.JPG
Leicht mit dem Hammer drauf schlagen.
3.jpg
Blech abschrauben und man sieht die Angekörnten
stellen wo gebohrt werden muss, wer sich auskennt
kann das sicher auch messen, aber so ist der einfachste weg denke ich.
2.JPG
Der weiteren Bearbeitung sind dann keine Grenzen
gesetzt, ob rund oder eckig, das loch in der Mitte habe
ich mit einer Lochsäge von Lidl gemacht, Schälbohrer
geht auch, aussen rum habe ich mit einer größeren
Lochsäge gemacht, hätte ich sie nicht gehabt wäre
es sicher auch mit der Flex gegangen.
Zuletzt geändert von PuhBär am 3. Dez 2019, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 3. Dez 2019, 17:54

Hier noch ein Foto Deckel von unten.
Der Mittlere Pfeil!
Auch wenn es nicht so aussieht, das Rohr sitzt exact in der Mitte, bevor ich
oben das Führungsrohr festgelötet habe noch eine Hilfsscheibe eingesetzt, das
könnte man aber auch mit gleichgroßen Holtzstücken oder so machen, wieso es
eine unterlegscheibe gab die genau da hin passte weiß ich auch nicht.

Die beiden äusseren Pfeile zeigen die stellen an dennen ich noch zwei Löcher Bohren
werde und zwar habe ich vor das Führungsrohr noch mit einem durchbohrtem
Flachkupfer zu stützen, es wird nicht verlötet, da ich es sonst nicht wieder raus ziehen
kann, falls dann mal etwas klemmt soll das Flachstück das ganze dann etwas stabiler
halten.
IMG_8428 Kopie.jpg
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von BenDunker » 4. Dez 2019, 02:21

Ich habe noch keinen wirklichen (Bau-)Plan, wie ich mir denke mein Rührwerk am Ende angebaut werden soll. Bislang war eigentlich mein Plan ein fertigen Agitator auf Aliexpress zu kaufen, siehe Bilder, aber den gibt es nicht mehr und etwas Vergleichbares ist auch nicht zu finden.
Deswegen lese ich hier sehr aufmerksam mit.
Ich muss zugeben, dass mich der Bau meiner Kolonne, bzw. der ganzen Kombi-Still bislang gedanklich ganz schön beschäftigt. Ich bin immer noch am Sparen für die Teile und am zusammensuchen wo und wie ich an die Teile komme. Bestellt ist bislang noch nichts. Deswegen war der Gedanke eine fertige Lösung für ein Rührwerk eher eine Erleichterung, Thema erledigt sozusagen.

Das interessante was dieses Rührwerk von Aliexpress hatte war eben diesen 2'' Deckel mit einer dichten Verbindung zwischen Rührwerk und Halterung. Alles was man brauchte war nur ein entsprechendes Rohr mit 2'' Ferrule und man kann es dicht festmachen oder abnehmen.

So etwas würde ich gerne weiter verfolgen, nur hab ich keine Ahnung wie das dicht und fest genug sein kann. Kugellager?

Die Flügel hätte ich dann natürlich abgenommen und durch eine Stange mit hängenden Kettenstücken ersetzt, die auf dem Boden schleifen. Das wäre vergleichsweise einfach zu lösen.

Ach und mein Plan war ein 2'' T-stück auf meinen Deckel zu setzen, durch die Mitte dieses Rührwerk führen und am Seitenausgang des T-Stücks meinen Potstill Kühler ansetzten oder wie Derwo schon geschrieben hat: eine weiteren 90°-Kurve nach oben und die Kolonne dadrauf (natürlich mit Unterstützung).

Aber das ist ja jetzt alles vom Tisch weil dieses Rührwerk nicht mehr verkauft wird. Frage ist jetzt mich auch in diesen weiteren Bau vertiefen und die Kolonne erstmal nach hinten zu schieben oder woanders suchen...
Dateianhänge
Screen Shot 2019-12-04 at 14.04.13.png
Screen Shot 2019-12-04 at 14.04.29.png
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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von derwo » 4. Dez 2019, 09:49

Ich denke nicht, daß so ein Agitator für ein Kettenrührwerk geeignet ist. Dafür dreht er einfach zu schnell. Man braucht einen Motor mit Schneckengetriebe, also eben zB einen Scheibenwischermotor oder ähnliches mit derselben Bauweise.

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Re: Gedanken zu einem Rührwerk durch das Steigrohr

Beitrag von PuhBär » 4. Dez 2019, 14:41

BenDunker hat geschrieben:
4. Dez 2019, 02:21
Ich habe noch keinen wirklichen (Bau-)Plan, wie ich mir denke mein Rührwerk am Ende angebaut werden soll.
Also für mich sieht das so aus als hätte er ein Getriebe, aber ist ja auch egal, er wird nicht mehr Verkauft.

Was mich jetzt mal interessieren würde, was hast du eigentlich so zusammen bisher, dein Topf dein Deckel
usw. kann man das hier schon irgendwo sehen?

Ich denke oft ähnlich wie du, ich kauf mir das und fertig, kaum ist es zu Hause fangen die Probleme an,
du kennst das vielleicht auch, viele kaufen sich einen Schnellkochtopf, basteln ein Rohr drauf und fertig
ist die Destille, solange sie nicht anfangen zu hinterfragen, was haben sie zb. für eine Dichtung? ist
alles gut, du sagst jetzt das Rührwerk ist schon dicht, weißt du den womit die das abgedichtet haben?
stell dir vor es ist das falsche und vielleicht nicht durch etwas anderes zu ersetzen.
Ich finde es oft besser selber zu bauen, da weiß man was man hat, es könnte sogar billiger werden.

Cool wäre du würdest einfach einen Thread aufmachen und alles auf Anfang setzen, bestimmt weiß jemand
Rat.
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