Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Praxis und Theorie der Destillation. Sowohl Fragen zu und Berichte von Destillationen als auch theoretische Erklärungen und Überlegungen
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Alk52
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von Alk52 »

Bei meiner CM unterscheide ich - bei gleichem Aufbau - zwischen aktiver Rektifikation (RK-Kühlung an) und passiver Rektifikation (RK-Kühlung nicht in Betrieb, die Feinheiten mit oder ohne Wasserfüllung des RK muss ich noch untersuchen).
Der passive RK sorgt immer noch für einen (kleinen) Reflux und damit für Unterschiede gegenüber einer Potstill.
Mein eigentliches Ziel dabei ist: 1-3 theoretische Böden nach Vorlaufabtrennung, einstellbar über die Heizleistung, zu realisieren.

Kannst Du das Nadelventil auf dem Weg zum Kühlfiger einbauen? Zusammen mit einen Netzgerät könntest Du mit der Spannung für die Pumpe die Regelung verfeinern.
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azeotrop
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von azeotrop »

Danke für die Erklärung. Das macht ja auch Sinn den Betrieb des Refluxkondensators ohne Kühlwasserstrom als passiven Betrieb des Kondensators zu bezeichnen. Das werde ich auch so übernehmen. Ein Refluxkondensator erzeugt halt auch etwas Reflux wenn er ohne Kühlwasserstrom betrieben wird.
Was ich für unglücklich halte ist der Ausdruck "passiver Reflux". Von dir gemeint ist der Reflux den ein passiv betriebener Kondensator noch erzeugt.
Der Begriff "passiver Reflux" und "aktiver Reflux" ist aber in der Literatur bereits mit einer anderen Bedeutung belegt.
Aktiver Reflux ist der auf eine Packung treffende Teil des Reflux der auch Rektifikation erzeugt.
Passiver Reflux ist der an der Packung vorbeilaufende Reflux oder ein Reflux in einer Destille ohne Packung der eben keine Rektifikation erzeugt.
Noch stärker ins Nirvana führend ist der Begriff "passive Rektifikation". Es ist aber schon klar geworden, wie du das meinst.
Du kannst natürlich deine Begriffe wählen wie du möchtest. Ich für meinen Teil möchte bereits etablierte Begriffe nicht mit einer anderen Bedeutung versehen.
Keine Ahnung was gut und knackig ist. Restreflux, Reflux des passiv betrieben Kondensators, Leerlaufreflux.....
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Alk52
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von Alk52 »

Wie wäre es mit "passiver RK" ?
Dann wissen wir was gemeint ist und im Kontext können wir weitere Details erklären.
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azeotrop
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von azeotrop »

Genau. Und bei Reflux und Rektifikation müssen wir halt umständlicher formulieren.
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Alk52
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von Alk52 »

Ich gehe mal über Off-Topic, wenn es sich vertieft, dann finden wir schon ein passendes Plätzchen.

Die erreichbare Menge an theoretischen Böden ist natürlich hoch interessant für die Vorlaufabtrennung. Aber ich meine mich zu erinnern, dass auch die Nachlaufabtrennung besser mit Rektifikation sein soll (Homedestiller).
Bleibt für mich die Frage, warum willst Du dazwischen im Potstill-Modus brennen?
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azeotrop
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von azeotrop »

Alk
Gute Frage ich ich natürlich auch schon im Hinterkopf habe.
Ich bin im Hintergrund aber noch beim Messen und Umbauen. Da hat sich einiges getan, und nicht alles zum Guten.
Ich werde bald berichten.
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derwo
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von derwo »

Alk52 hat geschrieben: 19. Apr 2021, 18:26 Die erreichbare Menge an theoretischen Böden ist natürlich hoch interessant für die Vorlaufabtrennung. Aber ich meine mich zu erinnern, dass auch die Nachlaufabtrennung besser mit Rektifikation sein soll (Homedestiller).
Bleibt für mich die Frage, warum willst Du dazwischen im Potstill-Modus brennen?
Auf homedistiller kann man dazu verschiedene Meinungen finden.
Meine Meinung ist:
Wenn man bei Aromabränden mit hoher Alkoholstärke im Kessel den Mittellauf rektifiziert, verdünnt man das Aroma mit Alkohol.
Die Begründung:
Bei hoher Alkoholstärke im Kessel wird der Nachlauf auch ohne Rektifikation so lange zurückgehalten, bis die guten Aromen größtenteils im Destillat sind. Setzt man Rektifikation ein, ist der Mittellauf nur wenig nachlauffreier. Das ist also kaum ein Plus. Dafür hat man aber eventuell noch nicht alle guten Stoffe im Mittellauf. Die Rektifikation bringt höchstens, daß man mehr Alkohol in den Mittellauf bekommt (weil bis fast zum Schluss kein Nachlauf erkennbar ist).

Bei niedriger Alkoholstärke im Kessel ist das natürlich anders. Da muss man entweder rektifizieren oder mehrmals brennen.

Ob man den Nachlauf rektifiziert, hängt davon ab, was man damit machen will. Möchte man Neutralalkohol daraus machen, kann man rektifizieren. Will man aus den Säuren des Nachlaufs beim nächsten Rum Ester herstellen, sollte man nicht rektifizieren, weil die Säuren sonst im Kessel bleiben.
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Alk52
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Re: Bestimmung der Anzahl der theoret. Böden einer Potstill

Beitrag von Alk52 »

Ich habe keine aktuellen Messungen und die älteren Messungen sind noch nicht kalibriert, zeigen aber die Chancen und Einstellmöglichkeiten einer CM über die RK-Kühlwassermenge. Das sollte eigentlich auch mit einem Kühlfinger oder einer K-Spirale funktionieren.
In meiner "Messreihe Reflux-Kühler" habe ich die von Azeotrop angestrebte Lösung gefunden.

Die Vorlaufabtrennung erfolgt während der ersten Reduzierung der RK-Kühlwassermenge (hier noch schneller als vielleicht notwendig). Anschließend habe ich eine Weile mit ca. 3 theoretischen Böden gesammelt und danach ohne RK-Kühlung den (von Euch) gewünschten PotStill-Betrieb realisiert.
Für die Abtrennung des Nachlaufes können mehr theoretische Böden wieder aktiviert werden.
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