Selbstbau eines Temperatursensors

Alles außer Destillen und Destillenteile. ZB Gärbehälter, Obstzerkleinerer, Getreidemühlen, Werkzeug, Filter und Flaschen.
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

Als erstes ist es immer hilfreich einen Blick in einen käuflichen Temperatursensor zu werfen.
Ich habe hier mal einen Sensor meines iGrill Grillthermometers geopfert.
Mit einer kleinen Metallsäge die vordersten zwei cm des Einstechrohres abgesägt.
IMG_7421.JPG
So sieht der NTC Sensor aus. Dieser hier ist hochwertig und in Glas vergossen. Es gibt wesentlich einfachere Ausführungen.
Es ist aber ein Jammer dass der Hersteller nicht einmal ein Tröpfchen Wärmeleitpaste geopfert hat. Kein Wunder dass der Sensor relativ langsam reagiert.
IMG_7422.JPG

Solche NTC Thermistoren gibt es als Einzelbauteil auch in Genauigkeiten bis 0,1°C bei 25°C zu kaufen. Trotzdem steigen die Fehler bei 100°C dramatisch an.
Ich will aber nur das Prinzip zeigen und werde mit dieser "Glasperle" weiter arbeiten.
Fortsetzung folgt.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)
Benutzeravatar
derwo
Beiträge: 1783
Registriert: 20. Okt 2018, 21:35

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von derwo »

Man könnte das abgesägte Stück der Hülse vielleicht weiterverwenden? Sensor + Wärmeleitpaste reinstecken. Dann mit Kleber so weit auffüllen, daß die elektrischen Kontakte isoliert sind. Dann mit Teflonband zustopfen und um etwas Kabel + die ersten 5mm der Hülse damit einen Propfen wickeln.
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

Wer wie Alk genau diese Hülse sowieso schon drin stecken hatte, kann das machen.
Man könnte aber auch für wenige Euro genauere „Glasperlen“ kaufen und ein Kupferröhrchen verwenden. Was halt so rumliegt.
Es wäre dich ein Jammer so viele Einstechsensoren abzusägen.

Hier ist ein Link zu einem mit 0,2°C Fehler bei 25°C für 1,80 EUR Hersteller Nr. GA10K3A1B
https://www.reichelt.de/ntc-thermistor- ... ol_1&nbc=1

Es gibt den auch mit 0,1% Fehler als 10K3A1A. Die gibt es hier https://www.mouser.de/Search/Refine?Keyword=GA10K3A1A
Die technischen Daten https://www.mouser.de/datasheet/2/418/5 ... 779632.pdf

Hier sind noch technische Daten anderer Typen
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)
Benutzeravatar
Alk52
Beiträge: 452
Registriert: 17. Jun 2019, 13:42

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von Alk52 »

Es liegt mir auch nicht, teure Einstichsensoren (Maverik 1MOhm) zu zersägen, um an die Pille zu kommen.
Vielleicht finden wir ja leere Einstichhülsen und passende Sensor-Pillen.

NTCs mit 10kOhm und 100 kOhm brauchen relativ viel Strom, besser wäre für die Mehrkanalmessung ein 1 MOhm Sensor.

Leider habe ich bisher keine 1M-NTC gefunden.
Nichts ist ohne Grund.
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

Das is schade. NTCs mit 1 MOhm sind mir auch noch nicht untergekommen.
Die 10kOhm Typen verbrauchen nicht zuviel Strom. Es liegt an deinem Messaufbau dass er nicht genug Strom liefern kann.
Du musst ja alle Sensoren gleichzeitig mit dem Strom von deiner Spannungsreferenz versorgen. Das ist halt ungewöhnlich.
Aber da ist nicht so einfach was dran zu ändern.
Ich gehe mal auf die Suche nach 1 MOhm NTCs.

Hier ist was https://de.farnell.com/avx/nd03u00105j/ ... dp/1672378
Und hier technische Daten http://www.farnell.com/datasheets/86133.pdf
Ich bin mir sicher dass es die auch in genauerer Ausführung gibt

Hier gibt es eine 1% Version https://telemeter.info/media/productatt ... tronic.pdf
Auf der Seite 19 des PDF findet man Teilenummer 1M0MR1I
Alle anderen 1MOhm Versionen die ich fand liegen eher in der Ecke mit Fehlern von 3% bis 10%.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)
Benutzeravatar
Alk52
Beiträge: 452
Registriert: 17. Jun 2019, 13:42

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von Alk52 »

Danke für die Links bzgl. 1 MOhm-NTC.
Farnell wäre eine Option. Telemeter-Electronics hat nichts am Lager und hat typische Liefermengen von 500+.

Die Auflösung mit 1M-Typen bei meiner Messkonfiguration (WLANThermometer) ist ungefähr um den Faktor 2 besser (70-100°C) als die von 100k. Der Strom ist hier nicht das Problem.
Für PT1000, die ich einem PT100 immer vorziehen würde, müßte das Messgerät umgebaut werden und dann könnte ich nicht mehr mit anderen Sensoren arbeiten.
Nichts ist ohne Grund.
Benutzeravatar
derwo
Beiträge: 1783
Registriert: 20. Okt 2018, 21:35

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von derwo »

Ich habe lange nach einem erschwinglichen Anzeigegerät für PT1000 mit wenigstens Dreileiterschaltung gesucht. Nichts gefunden. Mein Anzeigegerät akzeptiert PT100 mit Dreileiter aber PT1000 nur mit Zweileiter. Und ein PT100-Dreileiter ist mir lieber als ein PT1000 Zweileiter.
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

Während PT-100 aus reinem Platin hergestellt werden können, braucht man für PT-1000 spezielle Platinlegierungen um auf den hohen Widerstand zu kommen. PT-1000 Sensoren gibt es nicht in der hohen Genauigkeitsklasse wie es sie für PT-100 gibt. Das liegt daran dass man kein reines Metall verwendet. Ist eher was für den weniger anspruchsvollen Nutzer.

Alk: Das du die schlechten 1MOhm NTC verwenden musst liegt an dem nutzbaren Spannungshub den du an deinen 12Bit AD Wandler schicken kannst. 12Bit sind sowieso sehr wenig für ein genaues Gerät. Du bewegst dich einfach an der Grenze dieser Schaltung. Man könnte sowas natürlich auch vernünftig konstruieren. Aber die Entwickler haben an ein Grillthermometer gedacht. Die Schaltung ist halt so wie sie ist und du versuchst das Beste draus zu machen.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)
Benutzeravatar
derwo
Beiträge: 1783
Registriert: 20. Okt 2018, 21:35

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von derwo »

PT1000 gibt es schon in sehr hohen Genauigkeitsklassen. 1/10 DIN gäbe es, da wo ich gekauft habe. Das wäre besser als mein Sensor. Und da die Ohm pro °C ja beim PT1000 höher sind als beim PT100, hätte es das Anzeigegerät einfacher und wäre damit genauer, oder? Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege.
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

Der einzige Vorteil des PT-1000 liegt darin dass man im 2-Leiterbetrieb das Kabel etwas länger lassen kann.
In der Industrie findest du aus den von mir genannten Gründen fast nie PT-1000.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

derwo hat geschrieben: 1. Jun 2021, 13:36 Und da die Ohm pro °C ja beim PT1000 höher sind als beim PT100, hätte es das Anzeigegerät einfacher und wäre damit genauer, oder?
Ich habe nochmal nachgelesen. Damit sich die Sensoren nicht selbst aufheizen, müssen sie mit einem geringen Strom betrieben werden.
Während für PT-100 ein Strom von 1 mA empfohlen wird liegt der Wert für PT-1000 bei 0,1mA.
Beide werden also mit der gleichen Spannung betrieben und die Spannungsänderung pro °C ist identisch. Der geringere Strom beim PT-1000 ist aber empfindlicher gegen Störeinstrahlungen.


Ich habe mir einen kleinen PT100 Sensor mit 1/10 Din Genauigkeit bestellt. http://fuehlerdirekt.de/shop/Zubehoer/M ... 0-DIN.html
Der ist nur 2 mm breit und hat eine Genauigkeit von 0,03°C + 0,0005 x T.
Bei 100°C ist das 0,03 + 0,05 = 0,08°C
Den Sensor werde ich in ein dünnes Kupferröhrchen mit Wärmeleitpaste einsetzen.
Jetzt muss der Sensor aber erstmal geliefert werden.
Zuletzt geändert von azeotrop am 10. Jun 2021, 21:11, insgesamt 1-mal geändert.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)
Benutzeravatar
derwo
Beiträge: 1783
Registriert: 20. Okt 2018, 21:35

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von derwo »

Was für ein Kupferröhrchen ist das? Welche Wandstärke hat es?
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

Ich habe noch 4mm Röhrchen vorhanden mit 0,5 mm Wandstärke.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)
Benutzeravatar
azeotrop
Beiträge: 999
Registriert: 26. Okt 2018, 21:17

Re: Selbstbau eines Temperatursensors

Beitrag von azeotrop »

Ich sehe gerade dass man die Edelstahlhülsen auch einzeln bekommt.
https://www.ebay.de/itm/224309223442?ha ... Swbw1aIV8q
s-l400.jpg
s-l400.jpg (10.29 KiB) 27 mal betrachtet
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)