Doppelt Brennen

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derwo
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von derwo » 3. Dez 2018, 22:51

aragones hat geschrieben:
3. Dez 2018, 15:34
Neue Frage:
hab hochgradig Kirschenmaische gebrannt Einfachgebrannt? und nun 2x 5l ca 65% und ca 10 Liter „Nachlauf mit ca. 33...36%. .......( ergibt sich zufällig da ich in 5 Liter Ballons das Destillat auffange bekomme ich bis ca. 91.. grad ca. einen Ballon voll mit 5 lLiter). Ich hab nun noch ca 15 Liter Maische ( den Teil mit Frucht und Kernen ... wobei ich einen Teil der Kerne schon rausgefischt habe. Ziel war 3 Raubrände und einen Feinbrand mit diesen 15 litern oder auch mit dem davor?. Macht es Sinn zu dem 3. Raubrand die 10 Liter „Nachlauf“ zu geben ( dann wäre der Kessel voll) oder besser nur die 15 Liter Maische brennen und dann Erst alles im Feinbrand zu destillieren. Also jetzt kommt noch ein Raubrand. Dh zwei hast du schon?
Ich denke Es schadet nix wenn der Nachlauf schon mal „einen Reinigungsbrand“dazwischen Erfahren hat. Frage ist nur ob ich dadurch nicht unnötig Aroma verliere.
Feinbrand steht aber so oder so auf dem Programm.
Gruß Aragones
Sorry. Ich stell mich wirklich nicht absichtlich blöd, ich kapier es nicht.

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derwo
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von derwo » 3. Dez 2018, 22:54

hefezelle hat geschrieben:
3. Dez 2018, 19:48
Bei der Gelegenheit: Wie stellt ihr fest, ab wann es sich nicht mehr lohnt noch weiterzubrennen? Mal angenommen man will ziemlich allen Alk rausquetschen, weil man dann den Nachlauf noch filtert. Wie erkennt man in dem sauren, widerlichen, verwasserten tails-Abschnitt, wann kein Alk mehr da ist? Geht das sensorisch, ohne Hydrometer?
Sensorisch mache ich das nicht. Es schmeckt halt nicht gut. Und dieser Geschmack bleibt auf der Zunge kleben.
Einfach nach Dampftemperatur oder nach Vorlage. Ab wann es sich nicht mehr lohnt, ist aber natürlich subjektiv.

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aragones
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von aragones » 4. Dez 2018, 09:20

@ DerWo

"Sorry. Ich stell mich wirklich nicht absichtlich blöd, ich kapier es nicht."
.. zugegeben wa etwas verwirrend geschrieben .. kommt davon wenn Mann am Handy solche langen pPassagen tippt..
OK also nochmal..( am Rechner)
Bereits gemacht :
2 Raubrände:
Ergebnis jeweils 5 Liter mit ca 65% ( Vorlauf abgetrennt, bis 91Grad DT gebrannt dann war Gefäss voll) Dies würde beim Einmalbrand ja dem Mittellauf entsprechend. Und dann kamen nochmal jeweils ca 5 Liter mit ca 30-35% ( von 91 Grad DT bis ca 97,5 Grad- entspräche ja dann dem Nachlauf)

Steht noch an: der 3. Raubrand. Ich habe noch 15 Liter Maische mit hohem Fruchtanteil und Kernen übrig. Den flüssigeren Teil hatte ich ja für die ersten beiden Raubrände verwendet. Kerne würde ich soweit es geht noch raus sortieren.
Die Frage war nun was ergibt mehr Sinn:
a) zu den 15 Litern Maische noch die 2x 5 Liter mit ca 30% ( Nachlaufanteil) dazu zugeben und diese mit zubrennen ( hat ja noch Platz im Kessel) oder
b) besser nur die 15 l Maische alleine zu destillieren.
Hinterher kommt alles noch mal in den Kessel zum Feinbrand.
Meine Idee war es zum Einen die etwas zähere Maische zu verdünnen und zum Anderen wäre dann der " Nachlaufanteil" aus den beiden ersten Raubränden schon ein mal mehr gebrannt und gereinigt.
Hätte dann aber beim nachfolgenden Feinbrand in der Summe einen deutlich höheren % Anteil im Kessel
bei a) 2x(5l 65%)+ ca. 10l 65% + 3l 30%
bei b) 2x(5l 65%+5l 30%)+ ca. 3l 65% + 3l 30%
Gebrannt wird jeweils im Potstillmode.

Hoffe nun habe ich mich etwas verständlicher ausgedrückt. Danke für deine Meinung !
Aragones

Nachtrag... hab mich für a) entschieden! Hab nun 2x 5l 65% 1x 5l ca75% und 4l ca 40% für den Feinbrand.... mal sehn was es gibt

Würde aber dennoch eure Meinung dazu hören ...
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derwo
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von derwo » 4. Dez 2018, 18:47

Ok,
ich hätte eher b) gemacht, damit die % nicht ganz so hoch sind dann beim Feinbrand. Ist aber nicht so wichtig denke ich.

Ein Raubrand sollte normalerweise weiter als bis 97°C gehen. Bzw weiter in die niedrigen %. Aber da es eine Turbomaische war, müsstest du ja extrem lange dann brennen, und wer weiß, vielleicht wäre es dir angebrannt.

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von aragones » 4. Dez 2018, 19:18

... wolle auch erst b) machen aber mach dem absieben der Kerne sah dann die restliche Maische etwas verloren aus im Kessel...dann hab ich doch noch die 10 l „Nachlauf“ dazu... bei mir siedet Wasser bei ca 98 grad) 45 üNN da geht nicht viel mehr ... fahre meist so bis 97,5...98 je nach Lust und Geduld... irgendwann sind mir die letzten paar ml egal .. Angebrannt ist nix dank Rührwerk und Öl im Kessel. War erstaunt wie weit sich die Kirschen zersetzt hatten .. war fast nichts festes mehr außer Kerne und ein paar Schalen ...
Brauch aber noch einen Motors und ein Passendes Netzteil fürs Rührwerk....leider gibts deinen nicht mehr...
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Seleni
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von Seleni » 2. Jan 2019, 09:04

Aragones, wie lief dein Feinbrand? Nenn mal die Parameter dazu, DT und vol%.

Monthy, hast du schon Ergebnisse?

Ich lese diesen Faden jetzt schon sicher 5 mal. Ich hoffe ich hab es nun auf verstanden. Schließlich habe ich noch einige hochgradige Maischen herumstehen:
Hochgradige wie normale Maischen brennen. Ich sollte den Raubrand länger durchführen, damit für den Feinbrand der Ausgangs-Alk% nicht zu hoch ist?

Wenn ich mehrere Raubrände durchführe, so könnte ich ja einen nur einmal wie gewohnt brennen und den Rest wie oben geschrieben und dann vergleichen. Dann könnte ich den Unterschied feststellen?

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aragones
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von aragones » 2. Jan 2019, 13:50

Seleni,
Ja der Feinbrand ist durch Hab leider nicht mitgeschrieben beim brennen sonst hätte ich die Daten 1:1 Hier eingestellt . Es waren ca. 19 Liter mit ca60% im Kessel. Ich hätte ja beim 3. Raubrand die „Nachläufe“ der ersten beiden Raubrände schon mitgebrannt.
Nach dem Vorlauf ca. 150 ml ( hatte bei den Raubränden auch schon Vorlauf angtremnz.) begann mit ca. 80,5 Grad Dt der Mittellauf mit ca. 85%. DT blieb sehr lange auf diesem Wert und stieg nur sehr sehr langsam.
Ausbeute war
5l mit ca. 85% ca80...81 Grad Dt
5l mit ca. 80 %. Ca 81...83grad Dt
Ca 3 l mit ca. 66% ca 83..91
Bei 90,5 grad 3 x ca 100ml Nl abgetrennt bis ca . 92,5 Grad
Und dann noch Nachlauf ca 1..2 Liter ( hab ich nicht gemessen sondern einfach in die angefangene Nl Flasche laufen lassen.
Das ganze warten aber noch auf Finale Nl Abtrennung und vermischen und verdünnen.
Ich werde vermutlich alles zusammen schüten aber vorher lese Fraktionen einzelnen Verkosten (lassen) ich selber schmecke leider keine Unterschiede auch noch beim Nl abtrennen.
Ich hab vergessen von den ML der Raubrände Proben zu Nehmen als Vergleich.
Würde es dir aber Empfehlen.. dann kannst du direkt Vergleichen.

Grundsätzlich finde ich das Doppelt Brennen mit der Potstill deutlichsten entspannter als das Brennen mit meiner Cm Reflux.. dorPotstill läuft bei mir fast von alleine... muss kaum Nachregeln und nur ab und an mal kontrollieren ob alles noch passt. Mit der Reflux gab es bisher immer mir Überraschungen...
Außerdem hab ich nun angefangen meine kleine Potstill parallel mitlaufen zu lassen. Somit kann ich in der großen Den Raubrand machen und in der kleinen dann den Feinbrand vom letzten Raubrand.Somit ist das Doppelt Brennen nicht mehr gleichzeitig dopple Zeit.
Werde die Reflux vermutlich künftig primär für Zuckermaische und Neutralem verwenden. Aber dann auch hier erst mdl Raubrand mit der Pot und dann erst mit Reflux...
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PuhBär
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von PuhBär » 2. Jan 2019, 19:11

Ich habe da mal eine frage dazu :oops:

19 liter mit 60% im Kessel, ich verdünne immer auf 12-15% Prozent weil
ich glaube das der Reinigungseffekt größer ist, ist das falsch?
Danke
Lg.
Ich weiß, PuhBär klingt Gefährlich, mir fiel aber nichts anderes ein

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von aragones » 2. Jan 2019, 20:28

...es war Raubrand von hochgradige Kirschen drum hab ich es nicht verdünnt um das Aroma nicht noch weiter zu strecken. Zuckermaische hätte ich ggf auch weiter runter verdünnt aber nicht ganz so tief, vielleicht nur bis ca 30% wegen der Reinigung ....
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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von derwo » 2. Jan 2019, 21:05

Wenn man aromastarke Brände haben möchte, sollte man nie verdünnen. Von Anfang bis Ende. Möglichst wenig Wasser beim Maischen, also möglichst hohe %, und nicht verdünnen zwischen den Bränden.

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von Seleni » 19. Jun 2019, 16:48

Ich habe noch eine Frage zum doppelt Brennen (ich hoff die Überlegung wurde noch nicht angestellt):
Macht es Sinn, das Mittelstück des Raubrandes (also sagen wir mal 84-88°C Dampftemperatur) zu separieren und nicht doppelt zu brennen? Dann ginge mir von den enthaltenen Aromen so wenig wie möglich verloren. Bei Turbomaischen sehe ich den zusätzlichen Vorteil dass das Raubrand-Ergebnis weniger vol% hat und ich letztendlich weniger mit Wasser verdünnen muss.
Der Rest wird zusammengeschüttet und feingebrannt wie gehabt.

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von derwo » 19. Jun 2019, 22:10

Aromen gehen nicht verloren. Entweder sie verdampfen und gehen ins Destillat über, oder sie bleiben im Kessel.
Aber prinzipiell kann das schon sinnvoll sein. Zumindest wenn wirklich hohe Prozente erreicht worden sind und wenn man wegen Anbrenngefahr den Raubrand nicht uferlos weit runterbrennen kann. Vor allem wenn die Alternative verdünnen heißt. Das Ziel sollte sein, gar nicht zu verdünnen. Außer bei der Herstellung von Neutralalk oder Vodka.

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von Seleni » 8. Aug 2019, 15:01

derwo hat geschrieben:
19. Jun 2019, 22:10
Das Ziel sollte sein, gar nicht zu verdünnen.
Ich habe jetzt von einer Schnapsbrennerei in Tirol gelesen, dass die angeblich das Destillat offen stehen lassen und gar nicht verdünnen. so quasi verdampft der Alk bis Trinkstärke erreicht wird (wenn ich das richtig verstanden hab :geek: )

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von derwo » 8. Aug 2019, 19:20

Glaub ich nicht. Hast du den link?
Meiner Erfahrung nach sinkt der Pegel sehr viel schneller als der Alkoholehalt. Es verdunstet ja auch Wasser. Meiner Schätzung nach wäre, wenn man zB von 75 auf 45% verdunsten lässt, vielleicht maximal noch 1/4 des Alkohols vorhanden. Trotzdem müssten die verdunsteten 3/4 übrigens versteuert werden. Vielleicht brennen sie ja bis auf insgesamt 40.5vol% runter :uärgs: und lassen dann auf 40% verdunsten. :lol:

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von Seleni » 9. Aug 2019, 09:37

Ach, :oops: da habe ich was interpretiert.

Hier steht nur "Die jahrelange Reife ersetzt auch die Zugabe von unnötig viel Wasser".

Du meinst also es verdunstet in der Regel mehr Wasser als Alk? Müssten dann nicht die Schnäpse stärker werden? Bzw. was ist dann mit dem Angels share?

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Re: Doppelt Brennen

Beitrag von derwo » 9. Aug 2019, 12:56

Brennerei Rochelt hat geschrieben: Die Kunst des Wartens. Wir geben unseren Schnäpsen Zeit. Viel Zeit! Weil wir wissen, dass Gutes so noch besser werden kann. Im Glasballon reifen die Destillate bis zu zehn Jahre lang, die Aromen verbinden sich perfekt mit dem Alkohol und gelangen zu einer köstlichen Harmonie. Wir kontrollieren diesen Prozess regelmäßig und freuen uns daran, den Schnaps über die Jahre bei seiner Vollendung zu begleiten.

Der sogenannte „Engelsanteil“, also jener Teil an Alkohol, der während des Lagerns verdunstet der aber im gut verschlossenen Glasballon wahrscheinlich nicht hoch ist. Sie schreiben zwar später, daß der Glasballon mit einem Tuch verschlossen wird. Aber ob das für die ganze Zeit so ist?, trägt dazu bei, dass unsere Schnäpse zu dem werden, was sie sind: stark, aromaintensiv und mild zugleich. Die lange Ruhezeit nimmt dem Schnaps trotz seines höheren Alkoholgehalts die Schärfe und macht ihn angenehm zu trinken. Kraft und Geschmeidigkeit sind so bei uns kein Gegensatz.

Die jahrelange Reife ersetzt auch die Zugabe von unnötig viel Wasser Eben weil er durch die lange Lagerung milder wird, kann man ihn auch mit 45 anstelle 40% trinken. Man braucht also weniger Wasser– darum bleiben unsere Brände von Natur aus glasklar und voller Frucht und je stärker desto weniger trüb ist er dann, an deren sortentypischem Nachklang sich der Gaumen noch lange erfreut. Unsere Schnäpse müssen – wie es die Tiroler Schnapstradition seit jeher verlangt – nicht filtriert werden. Er muss also so lange lagern, daß man ihn mit hoher Alkoholstärke genießen kann, man ihn also weniger verdünnen muss und er daher nicht trüb wird. Ein Vorgang, der die Qualität eines Spitzenbrandes unzulässig mindern würde und deshalb für uns nicht in Frage kommt.
In Fässern kann der Alkoholgehalt auch steigen während der Lagerung. Also man verliert mehr Wasser als Alkohol. Dies ist bei Lagerung in trocken-heißen Gegenden der Fall. Aber hier geht es ja um Lagerung in Glasballons.

Edit: Und die Frage ist auch, bei welcher Temperatur die Glasballons gelagert werden.

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