Rhabarbergeist, Potstill Doppelbrand

Spirituosen hergestellt durch Destillation von Alkohol und unvergärten Früchten oder Gewürzen
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derwo
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Rhabarbergeist, Potstill Doppelbrand

Beitrag von derwo » 27. Apr 2019, 18:29

Neulich hab ich Rhabarber vergeistet. Das Ergebnis ist sehr gut. Und Rhabarber ist preiswert und leicht zu verarbeiten.

Die Säure vom Rhabarber ist wie erwartet im Kessel geblieben. Obwohl diese Säure ja zum Rhabarbergeschmack dazugehört, ist im Geist Rhabarber trotzdem gut erkennbar. Da war ich mir vorher nicht sicher.
Aber auch Beerentöne sind dabei. So Holunderbeere/Brombeere. In vielen meiner Geiste hab ich diesen "allgemeinen dunklen Beerenton". Der ist zwar nicht schlecht, aber die Geiste fallen dadurch ähnlicher aus, als ich es gerne hätte.
Ich hatte auch was Grasiges erwartet. Das hat sich aber nicht bestätigt.

Ich empfehle pro liter 11%igen Neutralalkohol im Kessel 250g Rhabarber (ungeschält, in 1cm dicke Scheiben geschnitten) im Aromakorb.

Für Aromabrände nehme ich inzwischen nur noch die Potstill. Im Gegensatz zu früher. Potstill heißt auch, ich brenne zweimal. Denn ich möchte aus geschmacklichen Gründen zusammen mit dem Geistgut eher schwachen Alkohol im Kessel haben.
Pro liter 11%igen Alkohol hole ich 500ml Destillat mit dann 22%. Möglichst schnell (mit viel Heizleistung). Ich destilliere also bis 100°C/0vol%. Ich mache zwei solche Raubrände für einen Feinbrand.
Beim Feinbrand gibt es natürlich keinen Vorlauf, aber, wie schon oft beim Geisten erlebt, das Aroma des ersten Destillats entspricht nicht dem Geistgut. Also dieser Beerenton war am Anfang sehr stark. Daher hab ich doch etwas "Vorlauf" abgetrennt. Und, wie ebenfalls oft beim Geisten mit sauberem Neutralalk, wurde das Aroma dann gegen Ende zwar nicht schlecht, aber schwach und nicht dem Geistgut entsprechend (kirschig, beerig). Also es zahlt sich aus, relativ früh abzutrennen. Ich habe bei 90.1°C (korrigiert auf 100°C bei Wasser und Normaldruck) abgetrennt. Knapp 60% des Alkohols habe ich so als Mittellauf herausbekommen.

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