Edelstahl gaze als Anbrennschutz

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PuhBär
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Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 14. Nov 2019, 17:03

Ja, Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Kennt das jemand?
ich bekam heute so ein stück und bin erstaunt wie feinmaschig das ist,
sieht schon aus und fühlt sich an wie ein Kunststoff, das ganze in verbindung
mit dem allseits bekannten Dünnstkorb, vielleicht auch gut um Filter oder
Siebe zu bauen.

0,3x1,00 Meter kosten ca. 10 euro

vielleicht mal Googeln: Edelstahl Gaze
Ich weiß, PuhBär klingt Gefährlich, mir fiel aber nichts anderes ein

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derwo
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 14. Nov 2019, 17:19

Ich hab halt allgemein mit Anbrennschutzen keinen Erfolg gehabt. Auch so ein Netz hab ich probiert. Es ist etwas schwer in runde Form zu bekommen. Es wellt sich, es verschiebt sich. Man muss auch die Kanten umschlagen, damit sich die dünnen Drähte nicht lösen. Als Aromakorb kann man etwas stabileres, also eher ein Gitter, also dickere Drähte und weitmaschiger gut nehmen. Es gibt alle möglichen Dicken und Maschenweiten zu kaufen. Als zB Maischefilter ist ja Edelstahl nicht nötig, da kann man auch Stoffe nehmen, welche feiner filtern und billiger sind und man gut zB einen Sack draus nähen kann. Im Endeffekt ist Edelstahlgaze für alle möglichen Sachen überlegenswert, aber bisher hab ich dann doch immer was passenderes gefunden.

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PuhBär
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 14. Nov 2019, 17:25

Ja ich brauchte das bisher gar nicht, es kam mir nur in die Finger und da
dachte ich eben, man kann es vielleicht um denn Dünnstkorb schlagen,
hatte ich so noch nicht gesehen.

Aber jetzt wo du es sagst, wir können ja Edelstahl Löten, könnte man
vielleicht vor dem ausschneiden eine Lötnaht drumherum ziehen, damit
es nicht zerfällt?

Ist ja auch nur für jemanden der kein Rührwerk hat und vielleicht etwas
ausprobieren will.
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derwo
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 14. Nov 2019, 21:34

Keine schlechte Idee. Zumindest wenn man meint, ein solcher Anbrennschutz würde helfen... ;)
Das Löten würde ich mit einem Lötkolben machen. Denn eine offene Flamme auf so dünne Drähte, das glüht ganz schnell und dann ist das Flussmittel auch ganz schnell verbrannt.

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azeotrop
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von azeotrop » 14. Nov 2019, 22:49

Der beste Anbrennschutz ist ein funktionierendes Rührwerk.

Der zweitbeste ist ein Aromakorb.

Aber es darf kein Flüssigkeitsstau im Aromakorb auftreten.
Egal was man in den Aromakorb legt wird am Ende ein feines Sieb verstopfen. Nach einiger Zeit löst sich alles in feinem "Schlamm" auf.
Ich hatte die wunderlichsten Erscheinungen damit.
Gerade bei Potstills mit Steigrohren sammelt sich der unvermeidliche Rückfluss im "abgedichteten" Aromakorb bis er überläuft, oder es passiert dass der Reflux einen Durchgang durch den Schlamm "gebohrt" hat.
Dann plätschert die hochprozentige Brühe in die kochende niederprozentige Brühe und man kann live erleben was die unterschiedlichen Verdampfungsenthtalpien verschiedener Alkoholkonzentrationen bewirken können. Das sind gewaltige Energien.
Es fängt an zu gurgeln und zu spucken dass es einem Angst wird.

Deshalb sollte ein Aromakorb für den unvermeidlichen Rückfluss durchlässig sein.
Das gilt auch natürlich auch für für Potstills.
Es grüßt Azeotrop
"Doubt not, therefore, sir, but that distilling is an art, and an art worth your learning."
(Nixon & McCaw)

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 15. Nov 2019, 07:55

azeotrop hat geschrieben:
14. Nov 2019, 22:49
Der beste Anbrennschutz ist ein funktionierendes Rührwerk.

Der zweitbeste ist ein Aromakorb.

Aber es darf kein Flüssigkeitsstau im Aromakorb auftreten.
Egal was man in den Aromakorb legt wird am Ende ein feines Sieb verstopfen. Nach einiger Zeit löst sich alles in feinem "Schlamm" auf.
Ich hatte die wunderlichsten Erscheinungen damit.
Gerade bei Potstills mit Steigrohren sammelt sich der unvermeidliche Rückfluss im "abgedichteten" Aromakorb bis er überläuft, oder es passiert dass der Reflux einen Durchgang durch den Schlamm "gebohrt" hat.
Dann plätschert die hochprozentige Brühe in die kochende niederprozentige Brühe und man kann live erleben was die unterschiedlichen Verdampfungsenthtalpien verschiedener Alkoholkonzentrationen bewirken können. Das sind gewaltige Energien.
Es fängt an zu gurgeln und zu spucken dass es einem Angst wird.

Deshalb sollte ein Aromakorb für den unvermeidlichen Rückfluss durchlässig sein.
Das gilt auch natürlich auch für für Potstills.
Das ist ein interessanter einwand, habe ich so noch nicht darüber nachgedacht,
aber das Problem kenne ich wohl, da ist ganz schön was los, da hast du schon recht.

Aber hast du dabei bedacht!, ich stelle den Aromakorb auf den Kesselboden, darauf
das Sieb und darauf dann die Maische, darüber sind also noch ca. 15-20 cm
Schlamm-Flüssigkeit! es handelt sich hier also nicht um Geisten!

In manchen Videos aus Osteuropa sah ich sehr feine Kupfersiebe statt Rührwerk,
allerdings waren die Kessel nicht so tief wie unsere, sondern eher Pfannenartig
mit großem durchmesser.
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von azeotrop » 15. Nov 2019, 08:26

PuhBär

Das sollte man mal versuchen. Versuch macht kluch.
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 15. Nov 2019, 09:35

azeotrop hat geschrieben:
14. Nov 2019, 22:49
Der beste Anbrennschutz ist ein funktionierendes Rührwerk.
Der zweitbeste ist ein Aromakorb.
Nicht für Getreide. Ich kann nur immer wieder warnen, zB eine Maismaische mit Sieb zu brennen. Bei Obst ist das anders. Aber auch da ist es besser, wenn die Früchte gar nicht groß zerkleinert sind. Also zB wie in Osteuropa üblich, Zwetschgen -Fallobst direkt in die Gärtonne ohne große Zerkleinerung zu geben und durchgären zu lassen, da funktioniert ein Sieb wunderbar. Bei etwas feineren Sachen (nicht bei Getreide) kann man die Maische durch einen Baumwollsack gießen und diesen auf den Aromakorb stellen. Die Temperaturverteilung innerhalb der Maische ist dann nicht so toll und deswegen dann auch die Abtrennung. Aber besser als Anbrennen ist es allemal.

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 15. Nov 2019, 11:04

[/quote]
Nicht für Getreide. Ich kann nur immer wieder warnen, zB eine Maismaische mit Sieb zu brennen.
[/quote]

War mir jetzt nicht bewusst das du davor schon gewarnt hast, auch hier im Forum?
magst du das vielleicht sonst noch mal irgendwo ausführlich beschreiben, warnen
steht ja für mich irgendwie für Gefahr, von daher wäre es schön wenn du die zeit
finden könntest.

Ich habe jetzt überhaupt keine vorstellung, was da passieren könnte, bzw. geht
es dann nur mit Rührwerk oder auch ganz ohne? weil nicht viel anbrennen kann
usw.
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 15. Nov 2019, 11:47

Ich dachte, ich hätte in meinem Bourbon-Rezept davor gewarnt:
viewtopic.php?f=19&t=244&p=2619
Aber stimmt, da wird der Anbrennschutz nicht erwähnt. Nur allgemein die Problematik des Anbrennens.
Bei Getreidemaischen rutschen die ganzen feinen Partikel durch den Sieb oder Sack. Feine Partikel brennen leichter an als zB große Fruchtstücke. Diese feinen Partikel sind dann unter dem Anbrennschutz gefangen, werden nicht mehr so herumgewirbelt durch das Kochen wie ohne Anbrennschutz und brennen an. Meist brennt es aber schon beim Aufheizen an, da sich da noch nichts bewegt. Da liegt dann ein Teppich dieser Partikel auf dem Topfboden, der wird dann ganz schnell zu einer Kruste gebacken und von unten kokelt der dann durch, kalter Rauch und gelbes, bitteres Destillat kommt dann aus dem Kühler.
Es hilft nur, wie in meinem Bourbon-Rezept beschrieben, während dem Aufheizen zu rühren, also mit offener Destille aufzuheizen, oder halt ein Rührwerk. Oder halt mit Dampf zu destillieren. Ist aber halt schwieriger zu bauen als ein Rührwerk, verdünnt die Maische und Dampf ist halt schon auch nicht ganz ungefährlich.
Das gilt vor allem für fein gemahlene Sachen ohne Spelzen, also vor allem Mais. Bei Gerstenmalz zB ist es deutlich besser. Hängt dann auch vom Mahlgrad ab. Aber so grob wie die Bierbrauer mahlen wir ja meistens nicht. Und Malz kann man natürlich vor dem Brennen oder vor dem Vergären auch abläutern. Mais nicht wirklich. Roggen ist auch schwer.

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 15. Nov 2019, 11:54

Hier noch mal ein schönes Video, ist im ganzen interessant anzusehen, habe ich glaube ich auch
schon mal verlinkt.


zum Thema Sieb-Anbrennschutz:

min: 6:18, das Sieb wird gezeigt
und
min: 7:24 , muss man mal beachten was da Passiert! das ist nach der Destillation!
so wird es während der Destillation im Kessel wohl aussehen, scheint so als hätte
das Rohr in der mitte eine bestimmte funktion, ist also nicht nur als griff gedacht,
jedenfalls würde es mich wundern, so einen aufwendigen griff zu bauen.

und eine frage an Wo
wäre so etwas für Getreide tauglich?
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 15. Nov 2019, 13:58

Aus dem Rohr in der Mitte kommt der Dampf. Hier perlt der Dampf nicht durch das Sieb. Das Sieb hat nur die Funktion das Flüssige nach unten durchzulassen und die Fruchtstücke oben zu halten. Durch das Rohr kann es dann auch nicht passieren, daß sich ein Druckstau unter dem Aromasieb bildet, welcher sich dann mit einem heftigen Rumpeln entläd.
Mag sein, daß die Maische auf diese Weise nicht so gleichmäßig ausgelaugt wird, es sind aber ja auch nur Raubrände, also ist das nicht so wichtig.

Was da bei 7:24 los ist, ob das so sein soll, weiß ich nicht. Ich denke sie haben am Ende zu stark geheizt. Bin mir nicht sicher.

Es ist ganz klar eine bessere Konstruktion als unsere Dünsteinsätze oder Gitter ohne Dampfrohr. Für Getreide geht das aber sicher nicht. Wie gesagt, die feinen Partikel rutschen durch und brennen an. Diese Zwetschgenmaische dagegen ist erstens allgemein schön flutschig und zweitens sind die Früchte kaum zerkleinert: die wurden als Fallobst einfach in eine Gärtonne gegeben, etwas umgerührt und sind halt beim Gären dann matschig geworden. Das Zerkleinern der Früchte wird oft überschätzt. Zumindest bei so weichen Sachen.

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 15. Nov 2019, 18:29

Es sind nur Raubrände? meinst du das die mehrmals Brennen?

Etwas weiter oben schreibst du, zitat:
Diese feinen Partikel sind dann unter dem Anbrennschutz gefangen, werden nicht mehr so herumgewirbelt durch das Kochen wie ohne Anbrennschutz und brennen an.

Aber wenn man sich das jetzt mal mit diesem Vulkan in der mitte vorstellt? da muss richtig was los sein.

Mal angenommen es geht die ganze zeit so, ist es dieses Rohr, was unseren Anbrennschutz da nicht vorhanden
unbrauchbar macht?

Du sagst ja selber, unter dem Anbrennschutz gefangen, das wären dann ja auch die Siedeblasen, heben
die vielleicht den Anbrennschutz an, Maische geht seitlich vorbei und brennt an? so ein haufen Pampe hat
sein Gewicht und auch eine gewisse dichtigkeit, wo ich dann vermuten würde, es wurde nicht zu doll
geheizt,
es dient einfach den druck abzulassen, damit der rest ruhig liegen bleibt.

Was aber ganz merkwürdig ist, das ding liegt da nicht immer drin, min: 4:34
und dazu die Aussage: Das ist das Gitter welches man in denn ersten oder letzten
Kessel legt, damit das dickflüssige nich am Boden anbrennt.
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von Filos » 15. Nov 2019, 20:03

Dann würde ich euch noch gene meine Lösung präsentieren:

Habe für meinene 28er Topf folgendes Sieb erworben:
www.amazon.de/gp/product/B07D8P8T3B/ref ... UTF8&psc=1

Sieb war für meinen 28er Topf natürlich etwas zu gross (soll ja so sein). Nachdem ich die Griffe und den oberen umlaufenden (Schnittschutz)-Ring entfernt habe, wurde das Sieb so angepasst, dass es ziemlich stramm in den Kessel passt und dort auch nicht angehoben werden kann. Durch flache Steine kann ich auch entsprechend der Maische, den Abstand zum Boden variieren. Einfach, aber erfüllt den Zweck.

Ähnliches beim Aromakorb. Die typischen Dämpfeinsätze sind für einen 28er Topf zu klein, sodass der Dampf an der Seite vorbeiströmen kann. Habe mir dann einen Fettspritzschutz für Pfannen besorgt, er etwas grösser als mein Topf war. Den Griff abgesägt, und dann dieses Spritzschutz auf passender Höhe in den Topf geklemmt. Er hält aufgrund der Größe dort von selbst. Zuerst habe ich den allseits bekannten Aromakorb noch daruntergestellt, damit mir die Sache nicht abstürzt. Inzwischen wir nur noch in den Topf geklemmt. Hält!

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derwo
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 15. Nov 2019, 21:33

So bei 8:10 wird in dem Video erklärt, daß ein zweites mal gebrannt wird. Auch wenn es nicht erwähnt werden würde, würde ich davon ausgehen, daß zweimal gebrannt wird.

Wenn der Einsatz nur bei einer Destillation verwendet wird, dann ist er bei den anderen anscheinend nicht nötig. Also wahrscheinlich ist die letzte Füllung halt besonders dickflüssig, dann nimmt man den Einsatz.

Allgemein funktionieren diese Destillen dadurch ohne Anbrennen, weil die Heizoberfläche so groß ist im Vergleich zur Maischemenge. Der Boiler ist ja sehr breit, aber flach.

Ich denke nicht, daß unser Aromakorb für Obst unbrauchbar ist. Aber mit dem Kamin wäre es besser. Das ist doch was für dich, du hast ja Erfahrung und Fähigkeiten mit der Kupferbearbeitung, wenn ich da an deine Kupferdeckel denke. Wäre eine super Sache.

Ich denke nicht, daß es oben raussprudeln soll. Ob es schlimm ist, wenn es etwas raussprudelt, kann ich nicht sagen. Falls das Raussprudeln das Gefangensein der feinen Partikel verhindert, dann ist das ja gut. Aber was bringt denn der Anbrennschutz dann noch, wenn alles frei im Kreis läuft, also wieder durch das Sieb runter, wieder den Kamin hoch usw.? Ähnlich, wie ein Gitter am Fenster nicht verhindert, daß Staub reinkommt.
"Was unten los ist", darüber entscheidet die Heizleistung, nicht der Überbau. Wenn man ohne Anbrennschutz genauso erhitzt, wie die das in der "Vulkanszene" machen, ist unten genauso viel los.
Daher bleibe ich dabei, daß es bei Getreide nichts bringt.

Ja, das Rumpeln bei Destillation mit dicker Maische und Aromakorb kommt daher, daß eine große Gasblase den Aromakorb seitlich anhebt und nach oben blubbert. Da stellt sich dann die Frage, was der Anbrennschutz da dann noch bringt, es schwappt ja dann auch dicker Fruchtbrei jedesmal nach unten. Aber weil er vorher das Anbrennen beim Aufheizen der Obstmaische ja erfolgreich verhindert hat, hat er ja sein Hauptsoll erfüllt. Wie gesagt, das Anbrennen passiert meist schon beim Aufheizen. Danach stört er bei richtig dickflüssigen Sachen nur noch.



Filos,
diese Teile hatte ich auch im Auge, irgendwie haben sie aber nicht gut zu meiner Destillengröße gepasst. Und ich fand etwas flaches flexibler. Ich hab dann einen Dünsteinsatz mit 28cm Durchmesser gefunden. Damit (und Edelstahlgewindestangen mit Flügelmuttern) geiste ich normalerweise.

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von BenDunker » 16. Nov 2019, 07:26

meine sehr simple Lösung für Raubrände dicker Obstmaischen ist ein feiner Stoffsack den ich ähnlich wie einen Teebeutel in den Deckel hänge. Nur zur Sicherheit, geben ich ein paar Keramik-Teile in den Kessel und stelle einen Edelstahl-Dämpfeinsatz mit drei kleinen Füsschen (so ein Fächerding vom Asia-Shop) auf den Kesselboden, damit falls der Beutel zu lang ist oder sich beim Kochen der Knoten löst trotzdem den Boden nie berührt. Der Vorteil hier ist, dass die feine Filterfläche vom Stoff durch den Beutel vergrößert wird und das genannte Verstopfen der Poren zwar noch passieren kann, aber nicht mit solch Druck-aufbauenden Konsequenzen wie bei einem Boden. Ich habe noch nie Getreide gebrannt und denke, dass diese Methode hier auch nicht so dolle wäre, Derwo's Erfahrungen mit den feinen Partikeln sind ja hier auch gegeben. Für meine Früchte hat es bislang immer schön funktioniert.......


.........bis ich irgendwannnnnn ein Rührwerk habe. Das ist natürlich in jedem Fall besser!
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Die Bitterkeit der schlechten Qualität bleibt lange nach dem Vergessen der Süße des niedrigen Preises bestehen.
- Benjamin Franklin

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 16. Nov 2019, 10:30

Wenn die Maische sehr dickflüssig ist, kann man halt mit so einem Sack nicht den ganzen Alkohol rausbrennen. Ich hatte das bei einer Quitten-Turbomaische. Nach dem Brennen hab ich den Sack ausgeleert und mir kam ein starker Akoholgeruch entgegen. Der Alkohol in der Mitte des Sackes war drinnengeblieben. Der Schnaps war gut, aber leider recht schnell nichts mehr davon übrig...

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 16. Nov 2019, 13:23

Haste recht, bei 8:10, warum ich das nicht gelesen habe :oops:

Ben Dunker:
Danke für dein schönes Bild!
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 16. Nov 2019, 14:38

derwo hat geschrieben:
15. Nov 2019, 21:33
Allgemein funktionieren diese Destillen dadurch ohne Anbrennen, weil die Heizoberfläche so groß ist im Vergleich zur Maischemenge. Der Boiler ist ja sehr breit, aber flach.
Ich denke nicht, daß unser Aromakorb für Obst unbrauchbar ist. Aber mit dem Kamin wäre es besser. Das ist doch was für dich, du hast ja Erfahrung und Fähigkeiten mit der Kupferbearbeitung, wenn ich da an deine Kupferdeckel denke. Wäre eine super Sache.
Punkt 1) die große oberfläche, ich hatte auch mal so etwas Pfannenartiges angedacht,
leider sehr schwer oder nur sehr teuer zu kriegen, was bezahlbar ist hat oft keinen
guten Boden.

Punkt 2) das mit dem Kamin, ja das ist interessant, irgendwie denke ich, das mehr
dahinter steckt, mir schwirrt derzeitnoch eine etwas andere konstruktion im Kopf
herum, was aber eher daran liegt, das die sachen da sind und irgendwie ein Bild
ergaben.
Ich will versuchen es zu beschreiben:
1)Dünnstkorb auf dem Boden des Kessels, belegt mit edelstahl gaze.
2)Auf den Dünnstkorb kommt ein einsatz aus einem Spargeltopf, der
wiederum mit edelstahl gaze ausgekleidet ist.

Da der Spargeleinsatz kleiner ist wie der Dünnstkorb, habe ich rundherum
noch Platz um die Maische einzufüllen, das flüssige sickert nach unten und
zur mitte in denn Spargeleinsatz, das feste bleibt aussenherum.

Jetzt habe ich in etwa das gleiche Prinzip wie im Video, ob es geht weiß ich
nicht, vielleicht hat jemand die teile auch liegen und liest das hier, bis ich
dazu komme, im Moment verfüge ich nicht mal über eine Maische um das
dann zu testen :oops:

Ps. hab grad mal gemessen, der Ring aus dickflüssiger Maische wäre bei mir
ca. 4,5 cm dick, also kein Klobs in einem Beutel, sondern ein Ring, wobei
das mit dem Beutel auch eine tolle einfache sache ist, dann noch so wie Ben
es macht mit dem Korb darunter.
In dem Video auch sehr schön zu sehen,bei min.4:30, da liegen die Früchte
so rum, keine Flüssigkeit zu sehen.
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 16. Nov 2019, 18:50

Wenn du einen mit Gaze belegten Dünsteinsatz reinlegst, hast du ja das Poblem, daß der Dampf nicht ungehindert nach oben kommt, es also rumpelt. Da hilft auch der Spargeleinsatz nicht. Dieser trennt ja nur ein weiteres mal die Maische in grob und fein. Verstopfen tut beides die Gaze. Und in manchen Fällen wird der Platz um den Spargeleinsatz nicht groß genug sein für die ganzen groben Sachen. Kommt auf den Einzelfall an. Dann ist der Topf am Rand höher befüllt als in der Mitte. Das bedeutet im Extremfall, daß zu langsam Flüssigkeit nachsickert, also der Kessel trockengebrannt wird, obwohl noch viel Flüssigkeit (im Rand) vorhanden ist. Im Prinzip dasselbe Problem wie beim Sack: Außen ist kein Alkohol mehr bevor der Alkohol von innen rausgesickert ist.
Ich denke, der Schlot in der Mitte ist eine super Lösung für Obst. Aber lass dir das alles ruhig noch durch den Kopf schwirren, machmal brauchst halt ein bisschen, dann kommt die zündende Idee.

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 16. Nov 2019, 19:26

Ja mal sehen
aber das gaze auf dem Dünsteinsatz sollte in der mitte ein loch haben, so groß
wie der Spargeleinsatz, dann sollte der druck durch die größeren löcher des
Dünsteinsatzes nach oben weg können.

Aber ich weiß tatsächlich nicht, wie viel festes Material in einer Maische so
vorhanden ist, bzw. ob der Platz rundherum ausreichend wäre, müsste man
mal ausrechnen.

Ich weiß jetzt nicht ob man das übernehmen kann, aber als beispiel mal ein
Dampfentsafter, da wäre das verhältniss 7-8 kg Früchte zu ca 5 liter Wasser,
Saftmenge ca. 2,5 liter/ stunde, also vorher sollte der auch nicht trocken
kochen.
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 17. Nov 2019, 14:07

Die Idee ist gut. Da es aber bei dickflüssigen Maischen das "Rumpelproblem" auch bei einem normalen Dünsteinsatz gibt, also ohne Gaze, die Löcher beim normalen Dünsteinsatz also auch kein freies Entweichen der Dämpfe sicherstellen, wird das nicht reichen. Du musst denke ich die Löcher in der Mitte des Dünsteinsatzes großzügig aufbohren.

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 17. Nov 2019, 18:25

derwo hat geschrieben:
17. Nov 2019, 14:07
Die Idee ist gut. Da es aber bei dickflüssigen Maischen das "Rumpelproblem" auch bei einem normalen Dünsteinsatz gibt, also ohne Gaze, die Löcher beim normalen Dünsteinsatz also auch kein freies Entweichen der Dämpfe sicherstellen, wird das nicht reichen. Du musst denke ich die Löcher in der Mitte des Dünsteinsatzes großzügig aufbohren.
Das ist interessant, gerade heute Nachmittag beim Spaziergang habe ich genau
darüber nachgedacht, das gaze läßt sich übrigends ganz gut löten, also mit
Lötkolben.
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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von derwo » 17. Nov 2019, 22:32

PuhBär hat geschrieben:
17. Nov 2019, 18:25
das gaze läßt sich übrigends ganz gut löten, also mit
Lötkolben.
Dann hast du schon angefangen? :bravo:
Freue mich auf Fotos irgendwann. Wobei ich mit ein bisschen Wehmut daran denke, daß zusammengelötetes Edelstahl halt niemals so schön ausschauen kann, wie in Form geklopftes Kupfer...

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Re: Edelstahl gaze als Anbrennschutz

Beitrag von PuhBär » 18. Nov 2019, 08:41

[/quote]
Dann hast du schon angefangen? :bravo:
Freue mich auf Fotos irgendwann. Wobei ich mit ein bisschen Wehmut daran denke, daß zusammengelötetes Edelstahl halt niemals so schön ausschauen kann, wie in Form geklopftes Kupfer...
[/quote]

Ja aber nur ein ganz bisschen angefangen und Kupfer ist mir auch lieber, wobei es da nicht viel zu klopfen gäbe,
denke ich, aber immer wenn ich das denke wirds ein Desaster.

Aber noch mal was anderes, ein Gedankengang.
Wenn ich mir überlege, woraus zb. eine Pflaumenmaische besteht, das ist ja auch ein großer teil
Schale bzw. Haut dabei, warum kein zweites viel gröberes Sieb etwas höher in den Kessel, der ganze
haufen liegt mit seinem Gewicht auf dem feinen Sieb und drückt die Löcher zu, wenn man es
schaffen würde diese Hautteile so zu halten, das sie durch das grobe Sieb eher durchhängen würden,
so das die Blasen daran vorbei könnten?
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