24l a 10% vs. 8l a 30%

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BenDunker
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24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 11. Mai 2020, 13:10

Liebe Leute,
Ich komme so langsam in den finalen Stand meiner Destille für neutral Alkohol. Eine Packungskolonne mit Boka-Head und Reflux-Kühlspirale.
Ich habe dazu einen 60cm hohen Brennkessel der 25l Inhalt fassen kann (max Füllmenge 30l). Kessel plus Kolonne komme ich auf eine insgesamte Bauhöhe von 3m, habe aber nur 2.7m zur Verfügung. Ich kann jetzt a) die Kolonne wieder 30cm kürzen ( :-1: ), b) ich habe die Möglichkeit den Boden aufzugraben und den Brennkessel in ein Loch zu stellen oder c) meinen kleineren Brennkessel mit höheren Prozenten zu benutzen.

zu a) Kolonne kürzen will ich eigentlich auf jeden Fall vermeiden.

zu b) Mein Haus steht auf Stelzen und unterm Haus ist sozusagen eine freie "Werkstattfläche" und meine Ecke zum Destillieren mit einem lockerer lehmiger Boden in den man ohne Probleme ein 30cm tiefes Loch buddeln kann. Ich habe nur die Befürchtung, dass das auch die erste Stelle ist in der sich Wasser sammeln wird wenn etwas undicht ist oder überläuft und da der Kessel mit Strom geheizt wird könnte das leicht auch gefährlich werden. Dazu habe ich dann immer dieses Loch um das ich herum zirkeln oder mir noch eine Abdeckung dafür ausdenken muss.

zu c) Von der Menge an Alkohol ist es kein Unterschied ob man nun 24l 10%igen Kesselinhalt im großen Kessel hat oder 8l 30% im kleineren Kessel, allerdings sind 8l Flüssigkeit sicher zu wenig für einen so große Kolonnen-Aufbau, oder?? Der kleine Kessel ist 30cm flacher als der große Kessel. Mehr Verdünnen kommt auf eine höhere Verdünnung aller Geschmacksstoffe und somit auf ein saubereres Resultat heraus, was somit auch sehr deutlich für den größeren Kessel spricht. Aber übersehe ich hier noch einen Grund, warum ich den kleineren 8l Kessel für meine große Kolonne nicht nehmen sollte? Zuwenig Gesamt-Flüssigkeit? Wie wirken sich so hohe Prozente im Vergleich zu mehr Flüssigkeit und weniger Prozente im Kessel auf den Brennvorgang aus?
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von derwo » 11. Mai 2020, 14:25

Ist es eine 2"-Kolonne?
LM?
Wie hoch ist sie ungekürzt? Also wie viel Packungslänge?
Zuletzt geändert von derwo am 11. Mai 2020, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 11. Mai 2020, 14:36

Ben was betreibst du da zum Herrgott nochmal?? :lol: Hört sich wie ne Industriedestille an die du da fabriziert hast. Wir warten dann mal brav auf ein Foto :P
Ich würde b ausschließen und c kannste vergessen, mit 8l hast du da nicht genug Dampf, da kannst du gleich Potstill fahren... bleibt nur noch a übrig oder du überlegst dir mit dem Ungetüm eine Art separate Retifikationskolonne zu bauen, also quasi nach dem Vorbild einer industriellen continuous still. Wie du das anstellst habe ich keine Ahnung, der Kessel müsste halt den Dampf erzeugen und die separate Kolonne dient dann der Anreicherung und Abtrennung von Neutralen Primasprit.
Aber mal ehrlich, mit einer 2m Kolonne wäre doch auch schon genug :shock: Ich Stelle mir da nur mal die Schwierigkeiten der Montage-Demontage vor... was für ein Durchmesser hat das Monster?
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 11. Mai 2020, 14:45

derwo hat geschrieben:
11. Mai 2020, 14:25
Ist es eine 2"-Kolonne?
Wie hoch ist sie ungekürzt? Also wie viel Packungslänge?
2,4m... Mensch selbst mit 2,1m ist das Teil ein Biest. Mit was befüllt er übrigens die Kolonne? Nur um das Volumen der Kolonne zu nutzen braucht er bei 2" schon gut 2-3 l...
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 11. Mai 2020, 16:15

Ja es ist eine 2'' Kolonne LM erstmal mit der Möglichkeit auf eine LM/CM Kombination.
Ich mach gerne Fotos wenn die letzten Teile aus China angekommen sind.

und nein, :D ... da hab ich mich sehr missverständlich ausgedrückt. Die ganze Anlage ist insgesamt 3m hoch, von Unterkante des Kessels bis zur obersten Spitze, die Packungskolonne selbst ist dabei ca. 1.6m und das einzige Bauteil was ich wieder kürzen könnte, denn der Refluxkühler, der Boka-Kopf, der Kessel mit Deckel ect. sind wie sie sind (da werden demnächst mit den neuen Teilen noch ca. 10cm gekürzt).
Klar könnte ich die 1.6m Packungslänge jetzt kürzen, aber .... es wäre jammerschade, alles ist fertig gelötet und schon mit SSP's gefüllt ist.
Das Ding jetzt nur zu kürzen, weil die Decke nicht hoch genug ist, nervt irgendwie.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von derwo » 11. Mai 2020, 18:56

Ja schade. Ich meine, es geht schon mit 8l 30vol%. Wenn die Kolonne sagen wir mal zu 1/3 mit Destillat gefüllt ist, sind in den 1.6m so 1l Flüssigkeit drinnen. Du holst so 2.5l raus, 1l bleibt in der Kolonne, 4.5l sind also am Ende im Kessel.

Ist die Kolonne teilbar? Also für CM-Aromabrände zum Beispiel.

Es gäbe noch die Möglichkeit, den Refluxkühler schräg dranzubauen, dann musst du weniger kürzen. Theoretisch geht auch waagrecht. Wär das was?

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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 12. Mai 2020, 00:55

Ja, die ganze Anlage ist Teilbar, das einzige lange Stück ist ein ca. 1m langes Rohr für einen Teil der Packung (schwarz eingepackt).

Ich glaube ich denke eher über das Loch nach oder einen anderen Standort. Ich warte mal auf das letzte Teil was noch mit der Post kommt. Eine Glas-Röhre um die Kühlspirale sichtbar zumachen. Das Kupfer-Rohrstück was jetzt die Kühlspirale umschließt ist länger als die Glasröhre sein wird. Also verliere ich da schon mal an Höhe.

hier ein paar Bilder von meinem unfertigen Stand (man kann sie aber schon sehr gut als LM fahren)
Dateianhänge
IMG_8839.jpeg
IMG_8840.jpeg
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 12. Mai 2020, 01:13

hier noch mal erklärt:

wie gesagt, dass Kupferrohr für die Reflux-Spirale ist nur vorübergehend, so dass ich jetzt schon brennen kann. Ich warte auf ein Glasrohr um auch diesen Bereich sichtbar machen zu können. Ist nicht nötig, aber sicher schön zu beobachten wie der Dampf kondensiert.
Dateianhänge
IMG_8839 copy.jpeg
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 12. Mai 2020, 01:45

Zurück zu meiner ursprünglichen Frage:

Um ein gutes sehr sauberes Neutral-Alkohol-Ergebnis zu bekommen ist es natürlich besser wenn man den Kesselinhalt auf 10-20% verdünnt, besonders wenn man sowas brennen will wie alle gesammelten Nachläufe vom Geschmack strippen und den Alkohol hochkonzentriert rausholen. Alleine deshalb sollte ich wohl schon den großen Kessel benutzen.

Aber die geringe Flüssigkeitsmenge im kleinen Topf scheint ja nicht so ein großes Problem zu werden.
Ich meine, es geht schon mit 8l 30vol%. Wenn die Kolonne sagen wir mal zu 1/3 mit Destillat gefüllt ist, sind in den 1.6m so 1l Flüssigkeit drinnen. Du holst so 2.5l raus, 1l bleibt in der Kolonne, 4.5l sind also am Ende im Kessel.
Und es scheint mir als würde man schon auch ohne viel Verlust (Restalkohol der im Kessel oder in der Kolonne verbleibt) plus/minus den gesamten Alkohol auch aus 8l 30% Kesselinhalt herausbekommen, denn +/- 2.5l Ausbeute ist auch die gleiche Ausbeute die man bei 24l a 10% hat. Sehr interessant.
Kleiner Vorteil sogar bei den 8l: Abgesehen von der schlechteren Verdünnung und der eventuell minderen Qualität des Destillates, werden aber die 8l schneller gebrannt sein als die 24l.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 12. Mai 2020, 07:45

BenDunker hat geschrieben:
12. Mai 2020, 01:13
hier noch mal erklärt:

wie gesagt, dass Kupferrohr für die Reflux-Spirale ist nur vorübergehend, so dass ich jetzt schon brennen kann. Ich warte auf ein Glasrohr um auch diesen Bereich sichtbar machen zu können. Ist nicht nötig, aber sicher schön zu beobachten wie der Dampf kondensiert.
Ben, und wenn du einfach das untere Rohrteil wegnimmst? Das hat doch in etwa 30cm? Einfach am Deckel ein bulkhead fitting mit tri clamp Anschluss und dann machst du direkt die isolierte Kolonne dran. Den Termometer kannst du ja auch versetzen und für Teilentnahme oder anderes einfach einen Zugang am unteren Ende machen. Ist zumindest auch ein Teil weniger das du zu zerlegen hast.
Jedenfalls cooles Teil, sieht super aus :+1:
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von azeotrop » 12. Mai 2020, 08:05

Mir gefällt dein Aufbau gut.
Die Idee mit dem gläsernen Kondensator ist super.
Das ist bestimmt sehr lehrreich in diesem Bereich zuschauen zu können.

Für den Betrieb als Stripper könntest du eine Art Continous Stripper basteln.

Ein Röhrchen von aussen bis tief in den Kessel einbauen und weitere „Maische“ aus einem grösseren Behälter reintröpfeln lassen. Genau mit der Geschwindigkeit mit der du das Destillat abziehst.
Dann kannst du mit dem kleinen Topf beliebig grosse Mengen strippen.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 12. Mai 2020, 08:27

@ Grog. Jaso hatte ich das am Anfang mal, aber der Bulk head war mir zu "weich" an der Stelle durch die zwei Dichtringe selbst mit welchen aus Teflon. Ich hatte dazu mal was in einem anderen Thema geschrieben (viewtopic.php?f=29&t=486). Nach einem disaströsen Versuch den Bulk head an den Deckel schweißen zu lassen, hab ich mich wieder auf die alte Verbindung von meiner alten gekauften Destille besonnen. Diese Schraubverbindung hält viel besser und ist nicht so "weich" wie der tri clamp bulk head. Warum auch immer.
Ich mag eigentlich, dass die Kolonne so eine geschlossenes Rohr bleibt. Ich fand das clever, dass die Teilentnahme und das Thermometer an einem separaten kurzen Stück sitzt um besser daran bauen zu können und durch eine andere Füllung nur in diesem unteren Bereich (lockere Kupferwolle, Murmeln, SSP's ect.) dann die Prozente bzw. den Reflu-Ratio an der Abnahmestelle genauer "einstellen".
Da gab es mal hier ein gedanklichen Austausch: viewtopic.php?f=3&t=449

@ Azeotrop: uhhhh das ist ja eine dolle Idee!!!! yeah... hmmm da werd ich mal drüber grübeln. Danke
Zuletzt geändert von BenDunker am 12. Mai 2020, 08:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von azeotrop » 12. Mai 2020, 08:41

Ben
So in der Art. Do 80cm sollte das Röhrchen schon Mindestens in die Höhe ragen
1AD14D67-8B6A-4257-B389-9B3503C0254A.jpg
Oder so


4B1FAE03-4824-4DCD-86F0-B6ED39571611.jpeg
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 12. Mai 2020, 08:51

Die Höhe des Containers wäre kein Problem. Und eine Tropf-Vorrichtung hab ich eigentlich auch schon:
IMG_8052.jpeg
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 12. Mai 2020, 09:45

azeotrop hat geschrieben:
12. Mai 2020, 08:41
Ben
So in der Art. Do 80cm sollte das Röhrchen schon Mindestens in die Höhe ragen

1AD14D67-8B6A-4257-B389-9B3503C0254A.jpg

Oder so



4B1FAE03-4824-4DCD-86F0-B6ED39571611.jpeg
Die 2. Idee wäre optimal da sich die zugeführte Vinasse schon vorheizt bevor sie im Kessel ankommt. Funzt irgendwie wie ein umgekehrter LK. Wie sich das Teil dann aber mit der Packung verhaltet ist ein anderes Thema, da kondensiert dann doch ziemlich viel Dampf, bei genug Heizleistung sollte das aber kein Thema sein.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 12. Mai 2020, 09:54

BenDunker hat geschrieben:
12. Mai 2020, 08:27
@ Grog. Jaso hatte ich das am Anfang mal, aber der Bulk head war mir zu "weich" an der Stelle durch die zwei Dichtringe selbst mit welchen aus Teflon. Ich hatte dazu mal was in einem anderen Thema geschrieben (viewtopic.php?f=29&t=486). Nach einem disaströsen Versuch den Bulk head an den Deckel schweißen zu lassen, hab ich mich wieder auf die alte Verbindung von meiner alten gekauften Destille besonnen. Diese Schraubverbindung hält viel besser und ist nicht so "weich" wie der tri clamp bulk head. Warum auch immer.
Ich mag eigentlich, dass die Kolonne so eine geschlossenes Rohr bleibt. Ich fand das clever, dass die Teilentnahme und das Thermometer an einem separaten kurzen Stück sitzt um besser daran bauen zu können und durch eine andere Füllung nur in diesem unteren Bereich (lockere Kupferwolle, Murmeln, SSP's ect.) dann die Prozente bzw. den Reflu-Ratio an der Abnahmestelle genauer "einstellen".
Da gab es mal hier ein gedanklichen Austausch: viewtopic.php?f=3&t=449

@ Azeotrop: uhhhh das ist ja eine dolle Idee!!!! yeah... hmmm da werd ich mal drüber grübeln. Danke
Der BH fitting ist doch auch zu verschrauben gewesen, oder? Das hält normal schon bombenfest, Die Dichtringe raus und Teflonband rein. Du müsstest es ja nur einmal am Deckel sauber fixiert bekommen und musst den BH ja nicht wieder wegnehmen. Sowas meinte ich:
https://m.it.aliexpress.com/item/400084 ... gclid=null
Aber du wirst das schon probiert haben. Das dranschweissen ist so ein Ding... wenn's nicht 100% im Winkel ist hast du bei deiner Kolonne den schiefen Turm von Pisa :lol:
Ich habe das bei meiner Kolonne mit ner 3" Flansche und ordentlich Schrauben mit Muttern gelöst. Hält und ist nicht schwammig.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 12. Mai 2020, 10:02

Jedenfalls nochmals zum Thema continuous still, mich hat dieses Thema auch schon mal in Verbindung mit Neutralalkohol gejuckt. Man könnte da mal ein extra thread aufmachen und gucken was da so an Erfahrungen und Ideen zusammenkommt.
Ein 50l Fermenter in nur einem run rauzubrennen wäre sicher super ;)
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von derwo » 12. Mai 2020, 12:25

azeotrop hat geschrieben:
12. Mai 2020, 08:05
Für den Betrieb als Stripper könntest du eine Art Continous Stripper basteln.

Ein Röhrchen von aussen bis tief in den Kessel einbauen und weitere „Maische“ aus einem grösseren Behälter reintröpfeln lassen. Genau mit der Geschwindigkeit mit der du das Destillat abziehst.
Dann kannst du mit dem kleinen Topf beliebig grosse Mengen strippen.
Najanaja. Wenn du pro liter 95%igen Alk, den du abziehst, 1l 10% Maische nachfüllst, dann wird die Suppe aber ganz schnell immer dünner. Und immer dreckiger. Du musst schon auch ausgelaugte Maische rausziehen. Aber im Kessel ist die Maische ja im kontinuierlichen Betrieb nicht ausgelaugt. Also müsste sowas eher in Richtung automatisches leeren und nachfüllen gehen. Also wenn die Maische ausgelaugt ist, wird sie ersetzt. Aber halt nicht mit Deckel auf, rauskippen, reinkippen, Deckel zu, sondern mit Leitungen.
Oder du befüllst den Kessel anfangs mit ein bisschen Wasser und leitest die Maische (am besten vorgewärmt) in die Mitte der Kolonne. Dann landet unten die ausgelaugte Maische, welche du kontinuierlich abziehst und oben der Alkohol. Mit Packung wird das aber dann verdrecken und vielleicht sogar verstopfen. Es sollten dann also eher Böden sein. Es ist überhaupt die Frage, ob man nicht lieber ohne Packung raubrennen sollte.
Viel Spaß beim Ausknobeln einer einfacheren Lösung. :lol: Vorerst bleibe ich beim Raubrennen bei der Potstill.

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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Alk52 » 12. Mai 2020, 13:12

Wenn Du den Deckel durch eine Edelstahlronde ersetzen kannst, reicht eine Dicke von 5mm. Ein oder zwei einfache Anschweissflansche-T-Clamp https://de.aliexpress.com/item/32826256 ... 7567%23975 werden auf die Platte aufgesetzt (dann hat es auf jeden Fall 90) und von einem guten Schweisser direkt verschweißt. Anschließend wird das Loch gebohrt oder herausgedreht.
Für die Temperaturmessung warte ich gerade auf dieses Kleinteil https://it.aliexpress.com/item/32881475 ... 4c4d6dYI5E.
Ein Bild zeigt mehr, als man auf den ersten Blick sieht.

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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 12. Mai 2020, 13:30

Ja ich habe das hier auch immer unter der Prämisse gelesen, dass es nicht Maische ist die da eingeleitet wird sondern mindestens einmal gebrannter Raubrand, so wie ich die Neutralen sonst auch immer brenne.

Mittig einzuleiten und oben den Alkohol und unten das Wasser und den Mist abzuziehen ist eine sehr gute Idee, aber ich brauche ja eigentlich keine continuous still, denn ich will weder dauerhaft so viel Neutralen Alkohol produzieren, noch ist meine Anlage so groß, dass das Aufheizen individueller Batches zu viel Energie kostet.
Im Grunde bin ich sogar froh über meine 25l Fassungsvermögen, wenn ich die mit 10% fülle, dauert eine Destillation mit Aufheizen zwischen sechs bis acht Stunden (ich bin noch nicht so erfahren, dass ich die Heizleistung möglichst Zeiteffizient steuern kann). Das reicht mir dann für einen Tag. Hätte ich jetzt einen 50l Kessel würde dass zwar nicht die doppelte Brenn-Dauer ergeben, aber dennoch wesentlich länger als jetzt dauern.

Die Idee von Azeotrop war ja nur, ob man nicht wegen Platzmangel anstelle des großen Kessels, den kleinen Kessel benutzen kann und trotzdem die gleiche Menge brennen kann mit der gleichen Verdünnung. Diese Idee finde ich ist es wert im Kopf zu behalten, besonders wenn man weiterhin das Thema "Fusel-Abzug am unteren Ende der Kolonne" ( viewtopic.php?f=3&t=449 ) immer noch gedanklich verfolgt.

Zitat Derwo:
Screenshot (45).png
Screenshot (45).png (12.58 KiB) 79 mal betrachtet
Es wird also mit Wasser verdünnt, das wasserunlösliche Fuselöl setzt sich dann oben als Schicht ab und kann nun deutlich reiner von der Oberfläche abgesaugt werden. Das nun verdünnte Ethanol kommt wieder zurück in die Kolonne.
Zum Verdünnten Ethanol könnte man auch noch zusätzlich weiteren 10%igen Raubrand in den Kessel leiten.

Aber um mal zurück zu meinem ursprünglichen Problem und einer einfacheren Lösung, habe ich mir mal im Kolonnensimulator den Unterschied zwischen 30 und 50 theoretischen Böden angeschaut (nur mal willkürlich zwei Beispiele von hoher Anzahl an Böden) und war überrascht, dass in dem Bereich es kaum noch einen gravierenden Unterschied macht ob nun 30 oder 50 Theoretische Böden in der Anlage stecken. Das heißt für mich, dass wohl wirklich die einfachste Lösung ist das Packungsrohr um die ca. 20cm zu kürzen und an meine Raumhöhe anzupassen. Denn ob nun 1.6m Packungs-Länge oder 1.4m macht dann scheinbar beim brennen kaum noch einen spürbaren Unterschied.
Dateianhänge
Screen Shot 2020-05-12 at 23.22.57.png
Screen Shot 2020-05-12 at 23.15.45.png
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von BenDunker » 12. Mai 2020, 13:38

Sag mal Derwo....
Es gäbe noch die Möglichkeit, den Refluxkühler schräg dranzubauen, dann musst du weniger kürzen. Theoretisch geht auch waagrecht. Wär das was?
Meist du ich könnte die Reflux Kühl-Spirale im Glasrohr auch waagerecht einbauen (vielleicht mit einem leichten Gefälle zur Kolonne)?

Sozusagen Bokahead...90° Kurve...Glasröhre mit Kühlspirale...90°Kurve nach unten... Produktkühler für CM

Das würde ziemlich wild aussehen und hab ich noch nie irgendwo gesehen.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von azeotrop » 12. Mai 2020, 14:11

Derwo

Du hast natürlich recht. Wenn man 95%vol entnimmt und nur 10%vol nachschüttet kann das nichts werden. Die Idee ist nicht ausgegoren und hilft Ben gar nichts.
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 12. Mai 2020, 14:20

BenDunker hat geschrieben:
12. Mai 2020, 13:38
Sag mal Derwo....
Es gäbe noch die Möglichkeit, den Refluxkühler schräg dranzubauen, dann musst du weniger kürzen. Theoretisch geht auch waagrecht. Wär das was?
Meist du ich könnte die Reflux Kühl-Spirale im Glasrohr auch waagerecht einbauen (vielleicht mit einem leichten Gefälle zur Kolonne)?

Sozusagen Bokahead...90° Kurve...Glasröhre mit Kühlspirale...90°Kurve nach unten... Produktkühler für CM

Das würde ziemlich wild aussehen und hab ich noch nie irgendwo gesehen.
funzt tadellos, waagrecht aber nur wenn's dann wieder nach oben geht, ansonsten etwas schräg nach oben und dann runter, aber die Kühlspirale/Shotgun sollte dann schon eher 25-30cm Kühllänge haben. Aber wie du schon sagst, kürz ruhig, ich denke alles was über 150cm an Kolonne geht macht keinen riesigen Unterschied mehr aus...
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von derwo » 12. Mai 2020, 14:22

BenDunker hat geschrieben:
12. Mai 2020, 13:30
Ja ich habe das hier auch immer unter der Prämisse gelesen, dass es nicht Maische ist die da eingeleitet wird sondern mindestens einmal gebrannter Raubrand, so wie ich die Neutralen sonst auch immer brenne. Aber kontinuierlich Vorlauf abzutrennen, geht nicht so einfach. Deswegen wird eine kontinuierliche Destille von Hobbyisten eigentlich nur für Raubrände verwendet.

Die Idee von Azeotrop war ja nur, ob man nicht wegen Platzmangel anstelle des großen Kessels, den kleinen Kessel benutzen kann und trotzdem die gleiche Menge brennen kann mit der gleichen Verdünnung. Mit einer kontinuierlichen Destille bräuchte man sogar so gut wie gar keinen Kessel. Am besten wäre ein Wasserdampfbereiter neben die Kolonne gestellt, der Dampf wird fast ganz unten seitlich reingeleitet. Und alles, was ganz unten die Kolonne raustropft, ist Abfall.

Aber um mal zurück zu meinem ursprünglichen Problem und einer einfacheren Lösung, habe ich mir mal im Kolonnensimulator den Unterschied zwischen 30 und 50 theoretischen Böden angeschaut (nur mal willkürlich zwei Beispiele von hoher Anzahl an Böden) und war überrascht, dass in dem Bereich es kaum noch einen gravierenden Unterschied macht ob nun 30 oder 50 Theoretische Böden in der Anlage stecken. Das heißt für mich, dass wohl wirklich die einfachste Lösung ist das Packungsrohr um die ca. 20cm zu kürzen und an meine Raumhöhe anzupassen. Denn ob nun 1.6m Packungs-Länge oder 1.4m macht dann scheinbar beim brennen kaum noch einen spürbaren Unterschied. Der Unterschied von 96.08 zu 96.23vol% ist aber nicht unerheblich. Es ist ja 3.92 oder 3.77% Rest. Das ist ein Unterschied.Und über den Geschmack sagen diese Zahlen wenig aus. Außerdem glaube ich nicht, daß das 50 Böden werden können. Und wenn es weniger sind, macht jeder Boden mehr aus.
Ich persönlich würde nicht den Boden aufreißen wollen. Aber den Kühler umbauen würde ich schon. Die Alternative ist ein weiteres mal verdünnen und brennen. So kann man dann auch schneller abziehen, also mehr abziehen.


Meist du ich könnte die Reflux Kühl-Spirale im Glasrohr auch waagerecht einbauen (vielleicht mit einem leichten Gefälle zur Kolonne)?
Sozusagen Bokahead...90° Kurve...Glasröhre mit Kühlspirale...90°Kurve nach unten... Produktkühler für CM
Das würde ziemlich wild aussehen und hab ich noch nie irgendwo gesehen.
Googel mal Aabratek und schau dir in der still-drawings-pdf (unsere Bibliothek) das Design 45°offset LM an. Mit T-Stück könnte man auch arbeiten, also oben mittig symmetrisch einen waagrechten Kühler drauf. Ist aber für CM dann unpraktisch.
Mit zwei 90° oder 45°-Kurven könnte man ein leichtes Gefälle des Refluxkühlers einstellen.

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Grog
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Re: 24l a 10% vs. 8l a 30%

Beitrag von Grog » 12. Mai 2020, 14:24

Alk52 hat geschrieben:
12. Mai 2020, 13:12
Wenn Du den Deckel durch eine Edelstahlronde ersetzen kannst, reicht eine Dicke von 5mm. Ein oder zwei einfache Anschweissflansche-T-Clamp https://de.aliexpress.com/item/32826256 ... 7567%23975 werden auf die Platte aufgesetzt (dann hat es auf jeden Fall 90) und von einem guten Schweisser direkt verschweißt. Anschließend wird das Loch gebohrt oder herausgedreht.
Für die Temperaturmessung warte ich gerade auf dieses Kleinteil https://it.aliexpress.com/item/32881475 ... 4c4d6dYI5E.
Alk willkommen im Club :lol: hab das gleiche Teil bestellt und freu mich schon mit meinen etwas zu groß geratenen Fingern zu versuchen Teflon um die Silikondichtung zu wickeln :lol:
Rum must, sugar may, water can...