Rumexperimentieren 2020

Alkohol aus Zuckerrohrmelasse, Rohrzucker oder Zuckerrohrsaft
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Seleni
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Rumexperimentieren 2020

Beitrag von Seleni »

Liebe Leute

Ich habe heuer zwei 2 Maischen bereitet:
- M1: ca. 8 Liter mit Turbohefe, vergärt im Sommer bei > 30 Grad, (Alk-Gehalt weiß ich nicht)
- M2: ca. 8 Liter mit Backhefe, vergärt im September bei ca. 21 Grad (gemäß "einfachen Rum-Rezept"). Diese Maische gärte recht lange. Sie war gestern beim Kosten recht bitter und erinnerte mich an Bier, so wir Guiness.

So. Mit gestrigen Tag habe ich die Raubrände abgeschlossen und habe nun ca.2x3 Liter Raubrand. Wie geht es jetzt weiter? An Holz habe ich Weißeiche und heimische Eiche-Dauben und ich würde gerne verschiedene Möglichkeiten ausprobieren.

Jetzt kommen erstmal die Feinbrände. Die werde ich Potstill mit meiner Schmickl 2-Liter Anlage machen, und zwar je zwei pro Maische. Jetzt so ein paar Fräglein:
- Langsam feinbrennen (hab ich gelesen)?
- Vorlauf abtrennen? -so richtig Kleber ist mir aber nicht aufgefallen
- Wie weit soll ich brennen? Bis 91°C ? Oder bis 50vol% am Kühler, wie weit soll ich noch weiter sammeln
- Vor- und Nachlauf des ersten M1 Feinbrandes zum zweiten Teil von M1 geben?

Ich würde dann die beiden Feinbrände der jeweiligen Maische mischen. Schau mer mal was an Menge rauskommt, bevor ich dann wegen richtiger Verdünnung zwecks Reifung auf Holz weiterfrage.
Dann würde ich das erste mal kosten und schauen ob ich Unterschiede zwischen M1 und M2 entdecke :D

Vielen Dank fürs Lesen und eure Anregungen.
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Alk52
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von Alk52 »

Den Vorlauf solltest Du in 3-4x 10ml Portionen sammeln, dann kannst Du einiges mitnehmen, was sonst schnell in die große Tonne gekommen wäre. Einen Tag stehen lassen und abseits der Brennerei prüfen. Den identifiziertenVorlauf würde ich persönlich nicht weiter verwenden, sondern in die Grill- oder Scheibenwischer-Tonne kippen.
Bei meinem Rum @30/32°C habe ich im Feinbrand ab 85°C gesammelt. Wenn Du nur mit 2l brennst, dann würde ich Portionen von ca. 50ml sammeln und kleine Mengen im Schapsglas (nach Gefühl und Recher) auf 40% verdünnen. Probieren, den Rest schwenken und in das 50ml Glas zurückkippen.
Abhängig von der Umgebungstemperatur, wenn Rest im leeren Glas fast kompett verdunstet ist, wirst Du den Nachlauf erkennen. Wenn es sich dann noch mit dem Geschmackstest deckt, dann hast Du den Abtrenn-Punkt gefunden.
Ein Bild zeigt mehr, als man auf den ersten Blick sieht - nichts ist ohne Grund.
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derwo
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von derwo »

Wir wissen halt nicht, wie viel vol% im Kessel sein wird. Deswegen ist es schwer, irgendwelche °C der vol% zu empfehlen.
1.5l sind in der Destille jedesmal, gell? Mehr als 10ml Vorlauf wird es dann kaum sein. Ich würde einfach pauschal 10ml abtrennen. Möglichst langsam gesammelt.
Wenn du nicht weißt, wie viel vol% du im Kessel hast, solltest du recht früh mit Gläschen anfangen. Ich sammel in der Nähe des Nachlaufs 50-70ml-weise, habe aber die 8-10fache Menge im Kessel. Das bedeutet, ich müsste dir empfehlen, 10ml-Portionen zu nehmen. Aber das ist natürlich Quatsch.
Eine 2l-Destille ist halt schon ein Kompromiss. Warum machst du nicht größere Portionen und brennst alles mit der großen Destille?
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Seleni
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von Seleni »

Grüß euch,

M1: gute 3 Liter mit ca. 21% (da habe ich es wohl übertrieben)
M2: ca. 2,7 Liter mit 35%

Ich hätte gerne die zwei Chargen auseinandergekostet. Das mit der 2 Liter Anlage ist ok für mich, ich brauche (noch) nicht mehr ;) Außerdem würde ichgerne einmal "nur kupfer" brennen, nicht dass mir noch was ins stinken anfängt :lol:
Da M1 fast zuwenig alc hat werde ich mit M2 beginnen und mit dem Nachlauf M1 aufpeppen.

Ich glaube es ist gut, alles vor 86°C und nach 90°C in kleinen Portionen zu sammeln, so kleine Gläser habe ich genug.
Die Destille fast 2 Liter, wo, also ein bisschen Spielraum habe ich.
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Seleni
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von Seleni »

Ich bin mit den Feinbränden durch und würde so weitermachen:
Alkohol auf 62,5% verdünnen.
Sticks toasten und kohlen
... und altern (Basis: 8cmx2cmx2cm für einen Liter), einmal amerkanische und einmal europäische Eiche

Soll ich den Anteil ohne Holz auch erstmal mit 62,% lagern?
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derwo
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von derwo »

Seleni hat geschrieben: 20. Nov 2020, 15:25 Soll ich den Anteil ohne Holz auch erstmal mit 62,% lagern?
Wenn du ihn länger lagern willst, würde ich gar nicht verdünnen oder nur wenig (zB deine 62.5vol%). Aber wenn du ihn in einem Monat trinken willst, dann verdünne ihn möglichst bald.
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Grog
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von Grog »

Stimme dem Wo zu, kurz vor Endverdünnung würde ich dann aber schon nochmal 1 Monat auf 55% verdünnen.
Rum must, sugar may, water can...
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Seleni
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von Seleni »

Soll ich den Stick eher bei 62 oder bei 55% verwenden?
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Grog
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Re: Rumexperimentieren 2020

Beitrag von Grog »

bei 62% saugst du mehr Tannine aus dem Holz, bei 55% mehr Vanilline und süßliche/fruchtige Noten. Ich glaube wir hatten da mal ein spezifisches thread auf schnapsbrennen.at.
Jedenfalls es hängt halt immer ab was als Endresultat gebrannt wurde. Riecht und schmeckt
der weiße Rum ordentlich fruchtig würde ich eine längere Lagerung bei 65% bevorzugen und dann eine Kurze Lagerung auf 55% machen. Ist der Brand eher neutral dann eher ne 50/50 Lagerung. Vieles hängt auch von deiner Geschmacksvorstellung ab und ob du noch Glycerin oder Karamell hinzufügst, sowie wie stark das Holz getoastet ist.

Ach ja, optimal wär natürlich Holz dass vorher für Borboun verwendet wurde... aber da gehen wir jetzt off-topic und man sollte das doch eher im thread Alterung weiterführen.

Kurz gesagt, viele Wege führen nach Rom, aber mit ner 62% Lagerung und ein Monat bei 52-55% liegst du nie falsch.
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