"Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Spirituosen hergestellt durch in Alkohol mazerierte Früchte oder Gewürze oder durch andere aromatische Zusätze
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slivomeister
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"Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von slivomeister »

Guten Tag alle zusammen,

habe noch ca. 1,2L 80%igen Apfelbrandy hier. 3,5-fach gebrannt (um den Hefegeschmack rauszubekommen), Maische hergestellt mit Turbohefe (Browin X-Pure). Habe anstatt frischer Äpfel Apfelsaft verwendet - im Endeffekt also die typischen Anfängerfehler begangen. Er schmeckt jetzt wie ein fruchtiger Vodka, ist aber trinkbar. Meine Idee: Einen Aufgesetzten à la "Apple Pie Moonshine" daraus herstellen. Würde das 2. Rezept (mit dem halbgekochten Äpfeln) aus diesem Video: nehmen.

Was haltet ihr davon? Habt ihr andere Vorschläge, was ich mit dem Brand machen könnte (habe bereits getoastete Jack Daniels Chips in 0,5L des Schnapses eingelegt, waren insg. 1,7L).

Viele Grüße,
slivomeister
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derwo
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von derwo »

Das kann man schon so machen. Diese Apple Pie Rezepte sind glaube ich alle gut.

Was bedeutet bei dir 3.5 Destillationen?
Wie viel Maische mit wieviel % hast du gebraucht, um die 1.2lt Apfelbrand zu bekommen?
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slivomeister
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von slivomeister »

Ich glaube es waren 25L Maische mit ca. 17%. Habe die Maische allerdings klären lassen und den Bodensatz nicht mit in die Destille gegeben, musst also von etwas weniger ausgehen. 3,5 Destillationen in der 20L Pot Still meint, dass ich die Destille zuerst mit 16L Maische befüllt habe. Dann habe ich einen ersten strippig run gemacht und dann einen zweiten stripping run, für den ich allerdings nicht nur den Rohbrand, sondern auch den Rest der Maische in den Kessel gegeben habe (waren dann 1,5 Brände). Daraufhin habe ich den Kessel geleert, Destillat und Wasser hinzugefügt und den Feinbrand durchgeführt (2,5 Brände). Mit dem Ergebnis war ich allerdings unzufrieden. Habe dann nochmal Wasser hinzugefügt und einen zweiten Feinbrand durchgeführt (3,5 Brände). Am Ende habe ich das Ganze nochmal mit Aktivkohle gefiltert. Ich hatte am Ende glaube ich 1,7L ca. 80%igen. 0,5L davon lagern - wie gesagt - auf den getoasteten JD-Chips.
Catweazle
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von Catweazle »

Daraufhin habe ich den Kessel geleert, Destillat und Wasser hinzugefügt und den Feinbrand durchgeführt (2,5 Brände). Mit dem Ergebnis war ich allerdings unzufrieden. Habe dann nochmal Wasser hinzugefügt und einen zweiten Feinbrand durchgeführt
Wozu hast du wasser ins Destillat gekippt?
Es ist ein Brauch von alters her:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör.

Quelle: Wilhelm Busch, Bildergeschichten. Die fromme Helene,1872
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derwo
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von derwo »

Sagen wir 22lt Maische mit 17% hat 3.74lt Alkohol.
1.7lt Mittellauf mit 80% hat 1.36lt Alkohol. Also hast du 1.36/3.74 = 36% des Alkohols als Schnaps rausbekommen.
Wenn die Zahlen stimmen, sieht man mal wieder, wie wenig das Aufzuckern bringt. Einen großen Teil des zusätzlichen Alkohols muss man im Nachlauf lassen, sonst schmeckt es nicht. Ein ungezuckerter Obstler hätte eine Alkoholausbeute von vielleicht 60%.

Sorry, daß wir abschweifen. Aber das mit dem Apple Pie, da gibt es halt nichts zu diskutieren, das wird schon klappen.
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slivomeister
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von slivomeister »

Catweazle hat geschrieben: 17. Jan 2023, 21:18
Daraufhin habe ich den Kessel geleert, Destillat und Wasser hinzugefügt und den Feinbrand durchgeführt (2,5 Brände). Mit dem Ergebnis war ich allerdings unzufrieden. Habe dann nochmal Wasser hinzugefügt und einen zweiten Feinbrand durchgeführt
Wozu hast du wasser ins Destillat gekippt?

Zum einen, um kein zu starkes Destillat zu erhalten. Zum anderen, um die schlechten Hefearomen rauszubekommen. Klar, damit verliert man auch andere Aromen - aber besser so, als das Destillat wegzukippen.

derwo hat geschrieben: 17. Jan 2023, 21:50 Sagen wir 22lt Maische mit 17% hat 3.74lt Alkohol.
1.7lt Mittellauf mit 80% hat 1.36lt Alkohol. Also hast du 1.36/3.74 = 36% des Alkohols als Schnaps rausbekommen.
Wenn die Zahlen stimmen, sieht man mal wieder, wie wenig das Aufzuckern bringt. Einen großen Teil des zusätzlichen Alkohols muss man im Nachlauf lassen, sonst schmeckt es nicht. Ein ungezuckerter Obstler hätte eine Alkoholausbeute von vielleicht 60%.

Sorry, daß wir abschweifen. Aber das mit dem Apple Pie, da gibt es halt nichts zu diskutieren, das wird schon klappen.

Ich muss dazu sagen, dass die Werte ziemlich grob sind. Außerdem habe ich nicht optimal abgetrennt und nach dem Feinbrand quasi nochmal einen Stripping run gemacht, wodurch vermutlich auch viel verloren gegangen ist. Verlief alles nicht ganz optimal. Ich will deine These allerdings nicht anzweifeln!

Einen halben Liter habe ich des weiteren nach dem 2,5ten Brand abgezwackt, um daraus einen Aufgesetzten zu machen. Der ist allerdings leider gescheitert, nicht zuletzt wegen zu starker Hefearomen und weil ich mich vermutlich hätte mehr ans Rezept halten sollen. Falls ich demnächst Mal einen ordentlichen Calvados brenne, dann aber mit neuer Destille mit Anbrennschutz, richtiger Frucht und "auf Frucht", kippe ich dieses gescheiterte Experiment auch vor dem ersten Durchlauf in die Maische.
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von Catweazle »

kippe ich dieses gescheiterte Experiment auch vor dem ersten Durchlauf in die Maische.
Auf gar keinen Fall!!!! Dann hast du ja wieder die hefearomen, die du mich willst und nicht wegbekommst…. Ein starkes Destillat wird durch verdünnen schwächer und nicht indem du den kesselinhalt mit Wassers verdünnst. Ich glaube hier hast du was durcheinander gebracht…. Stell deinen „gescheiterten“ Brand ins Regal…. Und probiere ab und zu…. Sensorik Schulung😉ich habe letztens auch einen „tollen“ Schnaps in einer illustren Runde probieren dürfen… keiner wusste was es war…. Es war ein Korn mit turbohefe😂🤣 mein erster hat genauso grauslich geschmeckt.🙈
1. goldene Regel: nur eine erstklassige Maische bringt einen erstklassigen Schnaps!
Also nix reinkommen, was dir so auch nicht schmeckt.
Es ist ein Brauch von alters her:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör.

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slivomeister
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von slivomeister »

Catweazle hat geschrieben: 20. Jan 2023, 19:37
kippe ich dieses gescheiterte Experiment auch vor dem ersten Durchlauf in die Maische.
Auf gar keinen Fall!!!! Dann hast du ja wieder die hefearomen, die du mich willst und nicht wegbekommst…. Ein starkes Destillat wird durch verdünnen schwächer und nicht indem du den kesselinhalt mit Wassers verdünnst. Ich glaube hier hast du was durcheinander gebracht…. Stell deinen „gescheiterten“ Brand ins Regal…. Und probiere ab und zu…. Sensorik Schulung😉ich habe letztens auch einen „tollen“ Schnaps in einer illustren Runde probieren dürfen… keiner wusste was es war…. Es war ein Korn mit turbohefe😂🤣 mein erster hat genauso grauslich geschmeckt.🙈
1. goldene Regel: nur eine erstklassige Maische bringt einen erstklassigen Schnaps!
Also nix reinkommen, was dir so auch nicht schmeckt.
Ok gut :) Danke vielmals! Wenn ich mich nicht irre, sinken die Volumenprozent des Destillats, wenn man den Kesselinhalt/den Rohbrand im Kessel vor dem Brennen mit Wasser verdünnt. Das wurde auch ausgiebig bei Homedistiller besprochen. Klar, die effektive Alkoholmenge bleibt immer gleich bzw. man hat immer etwas Verlust, weil ein bisschen Alk im Kessel verbleibt - je nachdem auf wie viel % man runterbrennt und ob man eine Reflux-Destille oder eine Pot Still hat.
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derwo
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von derwo »

Auf homedistiller gibt es die Regel, daß im Kessel oder Thumper nicht mehr als 40vol% sein dürfen. Wenn jemand was anderes schreibt, wird es als gefährlich kritisiert und meistens dann auch gelöscht. Meiner Meinung nach keine gute Regel. Ich habe bei fast jedem Feinbrand mehr als 40vol% im Kessel.
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slivomeister
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Re: "Apple Pie Moonshine"/Angesetzter aus wenig gehaltvollem Apfelbrandy

Beitrag von slivomeister »

derwo hat geschrieben: 22. Jan 2023, 11:07 Auf homedistiller gibt es die Regel, daß im Kessel oder Thumper nicht mehr als 40vol% sein dürfen. Wenn jemand was anderes schreibt, wird es als gefährlich kritisiert und meistens dann auch gelöscht. Meiner Meinung nach keine gute Regel. Ich habe bei fast jedem Feinbrand mehr als 40vol% im Kessel.
Vielen Dank :+1: Habe den Brandy nochmal probiert und er schmeckt jetzt tatsächlich echt gut. Zwar nicht so intensiv wie andere Fruchtbrände, die ich hier hab, aber wiederum zu gut, um daraus Aufgesetzten zu machen. Ich warte nochmal einige Zeit ab :)