Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

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derwo
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Beim Verdünnen kommt aber halt nicht nur ein kleiner Fehler dazu, sondern der in deinem Diagramm dargestellte Fehler vergrößert sich zusätzlich. Eine Fehlmessung von 0.0002 Bi bedeutet eine höhere Bi-Fehlmessung, wenn vorher 1:1 verdünnt wurde, plus der Fehler durch die Ungenauigkeit der Waage.
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azeotrop
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

Du hast vollkommen recht. Bisher habe ich ja den absoluten Messfehler in Prozentpunkten betrachtet.
Bei 70% gibt es einen absoluten Messfehler von +/- 1,175 Prozentpunkten
Bei 20% sind es "nur" 0,325 Prozentpunkte.

Übersichtlicher wird es wenn man den relativen Messfehler betrachtet, so wie man es von Messgeräten gewohnt ist.
Der relative Messfehler ist absoluter Fehler / wahrer Wert.
Bei 70% ist der Fehler bei 1,68% vom Messwert.
Bei 20% liegt er bei 1,625% vom Messwert.
Bei dieser Betrachtung kann man sich die Rückrechnung der Verdünnung sparen und hat einen direkten Vergleich.
Man erkennt dass das Refraktometer leider kein Präzisionsinstrument ist.
Mich hat es überrascht, aber das Ergebnis ist klar. Unterhalb von 70% bringt das Verdünnen nicht viel.
Bei 80% aber sehr wohl. Da liegt der relative Messfehler bei 3%. Mit Verdünnung wären es nur ca. 1,6%.
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derwo
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Laut meiner Rechenbeispiele vom 30.6. ist das Verdünnen bei 70vol% noch sehr sinnvoll. Bei 1:1 Verdünnung bringt es fast eine Verdoppelung der Genauigkeit. Oder hast du einen Fehler and er Rechnung gefunden?
Bei 50vol% bringt es laut Rechenbeispiele nichts mehr. Wahrscheinlich kann man bei 55 oder 60vol% die Grenze ziehen, wo das Verdünnen nichts mehr bringt.
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azeotrop
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

derwo hat geschrieben: 6. Jul 2021, 09:36 Oder hast du einen Fehler and er Rechnung gefunden?
Ich habe nur die realistischen 0,0002 statt deiner 0,0001 genommen. Ansonsten rechne ich wie du.
Allerdings hast du den relativen Messfehler bezogen auf den Messwert nicht betrachtet.
Kannst du ja nachholen.
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derwo
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

OK,
ja, 0.0002 ist realistischer. Ich hätte die Rechnung mit 0.0002 machen sollen.
Ich habe halt für unverdünnt bei 70vol% einen Fehler von +-1.18vol% berechnet (was auf 0.0001 bezogen ist) und 1:1 verdünnt einen Fehler von 0.68vol%, also fast doppelt so genau. Das finde ich so am anschaulichsten.
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azeotrop
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

Vielleicht findest du ja den Fehler bei mir. Da wäre ich dankbar.

Wenn ein 10 Meter langes Massband bei 1m um 1 cm zu kurz misst, sind das bei 10m eben 10cm.
In beiden Fällen sind das 1% rel. Genauigkeit vom Messwert.

Ich hatte mir eine höhere Genauigkeit vom Refraktometer erhofft. Das derzeitige Alleinstellungsmerkmal ist ja die geringe benötigte Probenmenge. Aber für den normalen Brennalltag reicht die Genauigkeit dicke.
Nur bei speziellen Messungen hätte ich gerne was genaueres.
Ich habe mir ein 5ml Pyknometer bestellt, hoffentlich kommt es heute. Das ist ganz sicher genauer, die Frage ist ob die Messung gut von der Hand geht. Es muss ja jedesmal gespült und getrocknet werden. Ich denke das wird ein separates Thema werden.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Der Verhältnis von absolutem zu relativem Fehler ist halt bei Ethanol überall anders, da die Bi-Kurve so komisch gekrümmt ist. Ein Messfehler von 0.0001 interessiert uns in manchen Bereichen relativ wenig, in anderen aber sehr viel. Deswegen dachte ich mir, ich rechne es einfach an praktischen Beispielen von vorne bis hinten durch.

Bei einem 5ml Pyknometer befürchte ich einen größeren Fehler als mit deinem 25ml-Pyknometer, wenn du beide mit einer 50g-Waage verwendest. Das 25ml-Pyknometer passt hervorragend zu deiner Waage, das 5ml-Pyknometer nicht. Wenn es dir den Aufwand wert ist, könntest du ja mal mit beiden dieselbe Alkohollösung messen. Aber du hast recht, das ist off-topic. Ich bin gespannt, was du dann schreibst.
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azeotrop
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

derwo hat geschrieben: 6. Jul 2021, 10:38 überall anders, da die Bi-Kurve so komisch gekrümmt ist.
Das hat mit dem Unterschied absoluter oder relativer Fehler nichts zu tun. Beide werden von der Krümmung in gleicher Weise beeinflusst.


Ich sehe bei 70% direkt gemessen einen rel. Fehler vom 1,68%. Wenn ich auf 25% verdünne sind das 1,32%
Ich brauche beim rel. Fehler wegen der Verdünnung nichts rückwärts rechnen.

1,68% von 70% sind 1,176 Prozentpunkte
1,32% von 70% sind 0,924 Prozentpunkte.

Wenn man es unbedingt "rückverdünnen" möchte, geht das so:
1,32% von 25% sind 0,33 Prozentpunkte. Die Verdünnung rückwärts gibt 0,33 * 70/25 = 0,924 Prozentpunkte.

Die unterschiedlichen Werte sind nur unterschiedliche Blickwinkel der gleichen Sache.
1,176/0,924 = 1,273
1,68/1,32 = 1,273

Was man verwendet ist letztlich Geschmackssache. Im beruflichen Leben wird der rel. Fehler bevorzugt. Entweder bezogen auf den Skalenendwert oder auf den Messwert. Das hängt vom Messprinzip und dem Fehlerverlauf ab.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

70vol% verlangt einen Bi von 1.3642. +-0.0002 bedeutet 1.3640 - 1.3644, also 68.83 - 71.20vol%, also eine Spanne von 2.37vol%, also ein Fehler von 2.37/70*100= 3.39% oder +- die Hälfte, also +-1.69%.
Da also stimmen wir noch überein, oder? Du berechnest ja 1.69%.
Und deine 1.32% bei 25vol% lassen sich genauso berechnen. Passt.
Wenn man es unbedingt "rückverdünnen" möchte, geht das so:
1,32% von 25% sind 0,33 Prozentpunkte. Die Verdünnung rückwärts gibt 0,33 * 70/25 = 0,924 Prozentpunkte.
Geht das? Ich glaube nicht. Eben weil die Kurve gekrümmt ist. Oder wegen der Kontraktion?
Mal schaun, was der Rechner sagt:
Screenshot (13).png
Screenshot (13).png (30.67 KiB) 560 mal betrachtet
Wenn ich nun +-0.0002 mache, erhalte ich 69.20 - 70.79vol%, also eine Spanne von 1.59vol%, also ein Fehler von 1.59/70*100= 2.27% oder +- die Hälfte, also 1.14%. Das entspricht also nicht deinen berechneten 1.32%.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

Ich verwende den Rechner für unverdünntes Destillat und bekomme mein Ergebnis.
Bildschirmfoto 2021-07-06 um 15.54.45.jpg
Bildschirmfoto 2021-07-06 um 15.55.29.jpg
Bildschirmfoto 2021-07-06 um 15.56.00.jpg
Wenn ich den Messfehler für +/- 0,002 bei 25% haben will, mache ich das genauso.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Wenn du das bei 25vol% genauso machst, hast du aber den Messfehler eben bei der verdünnten Probe von 25vol%. Nicht den unverdünnt, also nicht das, was dieser Fehler für die unverdünnten vol% bedeutet. Und weil die Bi-Kurve so gekrümmt ist, lässt sich das nicht einfach so übertragen:
1,32% von 25% sind 0,33 Prozentpunkte. Die Verdünnung rückwärts gibt 0,33 * 70/25 = 0,924 Prozentpunkte.
Also durch eine einfache Rechnung ohne Verwendung der gekrümmten Bi-Kurve.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

Nun habe ich verstanden was bei unseren Ansichten der unterschied ist.
Wenn du die auf 25% verdünnte Probe misst und den BI um 0.0002 variierst, schaust du auf die Veränderung des 70% Wertes.
Ich schaue auf die Veränderung des 25% Wertes. Das ist meiner Meinung nach korrekt, denn im Refraktometer befindet sich kein 70%iges Destillat sondern 25%iges.
Bildschirmfoto 2021-07-07 um 10.25.18.jpg
Bildschirmfoto 2021-07-07 um 10.25.40.jpg
Bildschirmfoto 2021-07-07 um 10.25.59.jpg
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Wir wollen aber nicht wissen, wie viel genauer man 25vol% als 70vol% messen kann, sondern wir wollen wissen, wie viel genauer man ein 70vol%-sample durch Verdünnung auf 25vol% messen kann. Schlussendlich interessiert uns der Fehler bei 70vol%, nicht der bei 25vol%. Und das rechnet der Rechner für uns aus.
Ich kann es leider nicht besser erklären. Für mich klingt es richtig.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

Mir war nur wichtig herauszufinden was wir unterschiedlich machen.
Überzeugen will ich niemand.
Für mich ist nun alles geklärt.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von Alk52 »

Ich habe das Thema verfolgt und war auch über die großen Messunsicherheiten erstaunt. Hätte ich vielleicht doch besser ein passendes Pygnometer statt des Refraktometers gekauft? Egal, jetzt ist es da...

Das was uns fehlt, ist die Abschätzung des zu erwartenden Ergebnis-Fehlers, bei unterschiedlichen Verdünnungen, die sich halt im Detail so ergeben.
Vielleicht kann uns Hügelwilli helfen und den Rechner "Refraktometer-Temperaturkorrektur-Alkohol" etwas erweitern und einen vom Benutzer eingegebenen Refraktometerfehler (BI: 0..0,0001..0,0002 o.ä.) als +/- Abweichung für den unverdünnten Alkohol mit ausgeben.

Zu Fuß ist es ein großer Aufwand zu bestimmen, was Du (der Wo) eigentlich wissen willst.
Nichts ist ohne Grund.
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derwo
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Im Prinzip geht es ja nur darum, ab welchem Alkoholgehalt es sich lohnt, vor dem Messen zu verdünnen. Ich sage, ab 55 oder 60vol%, azeotrop sagt, erst ab 70vol%. Die Begründungen kann man nachlesen.

Wenn du einmal mit einem Pyknometer gemessen hast, weißt du dein Refraktometer wieder zu schätzen, glaub mir. Die erreichbare Genauigkeit mag beim Pyknometer wesentlich höher sein, aber den zeitlichen Aufwand ist es normalerweise nicht wert. Beim Pyknometer kommt man vom hundertsten ins tausende. ZB kann man die Temperatur nicht gut direkt in der Probe messen. Und hältst du das befüllte Pyknometer in der Hand, schiesst dir oben aus der Kapillare sofort Flüssigkeit raus, da die Erwärmung durch deine Hand das Volumen der Flüssigkeit erhöht. Dann sind das ein paar mg weniger. Richtig oder falsch hängt davon ab, welche Temperatur du in den Rechner eingibst. Oder statische Aufladung erhöht das gemessene Gewicht, da sich der Waagenteller und das Pyknometer anziehen. Hältst du dann deine Hand drüber, sinkt der Messwert wieder um ein paar mg. Und das Pyknometer blasenfrei zu befüllen, ist auch nicht so leicht. Die Bläschen hängen dann sehr hartnäckig an den Innenwänden.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

derwo hat geschrieben: 7. Jul 2021, 22:54 azeotrop sagt, erst ab 70vol%.
Das habe ich anders gemeint. Ich habe untersucht welcher Fehler aus einer BI Variation von +/- 0,0002 entsteht und wie man ihn berechnet. Der auf diese Art simulierte, künstliche, Fehler spiegelt nicht den wirkliche Anzeigefehler meines Refraktometers wieder. Was ermittelt wird ist eigentlich die Sensitivität der Anzeige.

Wenn ich 70% direkt messe, tritt ein Fehler auf der deutlich höher ist als der errechnete. Egal ob nach deiner oder nach meiner. Bei 25% direkt gemessen ist die Anzeige in der Praxis genauer und vermutlich näher an unseren Werten.

Um die Anzeigegenauigkeit eines Refraktometers zu überprüfen muss es wie jedes andere Messgerät kalibriert werden. Das geht nur indem man entweder kalibrierte Referenzlösungen misst, oder diese Proben mit einem anderen kalibrierten Messgerät vergleicht.

Wie du richtig dargestellt hat ist eine Vergleichsmessung mittels Pyknometer nicht so einfach. Zumindest wenn man Genauigkeit wünscht die über die dritte Nachkommastelle bei der Dichte hinausreicht. Ich grüble schon ob ich nicht irgendjemand kenne der ein genaues elektronisches Dichtemessgerät besitzt.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von Hügelwilli »

Alk52 hat geschrieben: 7. Jul 2021, 21:47 Das was uns fehlt, ist die Abschätzung des zu erwartenden Ergebnis-Fehlers, bei unterschiedlichen Verdünnungen, die sich halt im Detail so ergeben.
Vielleicht kann uns Hügelwilli helfen und den Rechner "Refraktometer-Temperaturkorrektur-Alkohol" etwas erweitern und einen vom Benutzer eingegebenen Refraktometerfehler (BI: 0..0,0001..0,0002 o.ä.) als +/- Abweichung für den unverdünnten Alkohol mit ausgeben.

Zu Fuß ist es ein großer Aufwand zu bestimmen, was Du (der Wo) eigentlich wissen willst.
Das wäre zwar manchmal eine gute Zusatzinformation, die der Rechner bieten könnte, aber verkompliziert dessen Bedienung. Da ist die Frage, ob es das wert ist. Außerdem weiß ich nicht, wie ich das berechnen soll, so lange es keine Einigkeit über diese Berechnung gibt. Ich werde mich da nicht entweder auf die Seite von derwo oder auf die von azeotrop stellen. Ich denke, das sinnvollste ist, bis auf weiteres nur einen link zu diesem Thema in den Rechner einzubauen. Das werde ich demnächst machen.
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Alk52
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von Alk52 »

Ich habe mal für einen Alkoholwert von 64 vol% mit dem
- Mischungsrechner 1 Teil Alkohol mit x Teilen Wasser gemischt und mit dem
- Ethanol-Wasser-Mischungen Rechner den Mischwert in BI umgerechnet
- einen Refraktometerfehler von 0,0002 addiert und wieder mit dem
- Ethanol-Wasser-Mischungen Rechner BI.Fehler in vol% umgerechnet. Dann habe ich mit dem
- Refraktometer Temperaturkorrektur Alkohollösungen Rechner die vol% Werte für verdünnten und unverdünnten Alkohol bestimmt.
hc_553.png
hc_554.png
Fehler für unverdünntes Destillat, ermittelt mit dem Refraktometer Temperaturkorrektur Alkohollösungen Rechner.

Für das Beispiel 64% liegt das optimale Mischungsverhältnis bei ca. 1:1, das könnte ich beim Verdünnen anstreben und den Fehler für das unverdünnte Destillat minimieren.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Ich schau mal, ob ich mit meiner Rechenweise ohne Verdünnung und bei 1:1 und 1:2 auf das gleiche Ergebnis komme:

64vol% unverdünnt = 1.36306
+0.0002, also 1.36326 = 64.97vol%. Passt mit deinem Ergebis.
Ich würde jetzt auch den Fehler mit -0.0002 berechnen, welcher ja etwas anders sein kann, und die dann zusammenzählen, aber egal.

64vol% 1:1 verdünnt = 1.3524 bzw 34.03vol%.
+0.0002, alo 1.3526 = 34.41 oder 64.66vol%. Passt ebenfalls.

64vol% 1:2 verdünnt = 1.34601 bzw 23vol%
+0.0002, also 1.34621 = 23.33 bzw 64.8vol%. Passt ebenfalls.


Und somit finde ich auch deine Schlussfolgerung richtig, also daß eine Verdünnung 1:1 bei 64vol% am besten ist.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

azeotrop hat geschrieben: 2. Jul 2021, 15:32

Code: Alles auswählen

Refrakt. ohne Verdünnen 74% ( Ausser Konkurrenz, 85% ist viel zu hoch )
Refrakt. mit Verdünnen 83,7% ( W/D war ca. 2,1/1 )
Spindel 85,6%
Pyknometer 85,6%
Nun habe ich wieder neu gemessen mit einem neuen 10ml Pyknometer mit einem kalibrierten Volumen von 9,9400 ml +/- 0,0002 ml
Das Leergewicht hatte ich in der Apotheke meines Vertrauens mit 15,8926 g gemessen +/- 0,0001 g
Ich habe drei Messungen gemacht und erhielt 83,01, 82,91 und 83,1 vol% als Ergebnis. Ich verwende den Mittelwert 83,007, gerundet auf 83,0.
Die Messung mit dem Pyknometer ist nicht einfach. Ein kurzes Berühren des Glases ändert die Temperatur im Inneren um mehrere zehntel °C und das Gewicht wird geringer. Wenn man es jedoch aussen nicht sauber abwischt wiegt es einige zehntel Gramm zu viel.
Wit Wasserbad und anderen Tricks wurde es dann doch einigermaßen verlässlich.

Die neuen Vergleichswerte sind:

Code: Alles auswählen

74% ( Ausser Konkurrenz, 85% ist viel zu hoch für ein Refraktometer )
83,7% Refrakt. mit Verdünnen Refrakt. ohne Verdünnen  ( W/D war ca. 2,1/1 >> 39,4vol%)
85,6% Spindel (billiges Teil mit begrenzter Genauigkeit)
83,0% Pyknometer 10ml 
Das gefällt mir nun schon besser. Das Refraktometer ist damit doch verwendbar im Bereich normaler Genauigkeitsansprüche.
Hätte ich noch etwas stärker verdünnt, wäre es noch etwas genauer geworden. Mich beruhigt das, denn ich verwende das Refraktometer sehr häufig.

Nachtrag: Ich habe noch eine Probe mit weniger %% vermessen. Nicht verdünnt, sondern einfach etwas gegen Ende eines Neutralbrandes.

Code: Alles auswählen

Spindel nicht verwendet
39,8% Refraktometer unverdünnt
39,9% Pyknometer 10ml
Das gefällt mir immer besser.

Nachtrag2: Nun habe ich noch eine Probe mit ca. 20% gemessen

Code: Alles auswählen

Spindel nicht verwendet
23,3% Refraktometer unverdünnt
23,2% Pyknometer 10ml
Übrigens, stellt keinen Laptop auf den Tisch wenn ihr was messen wollt. Die Lufttemperatur am Tisch stieg in wenigen Minuten von 21 auf 25°C und auch das Pyknometer wurde wärmer. :uärgs:
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

Bei einer so geringen Anzahl an versuchen, muss man natürlich vorsichtig sein, Schlüsse zu ziehen, aber mir fällt auf, daß die Genauigkeit bei deiner Messung mit Verdünnungsmethode wesentlich schlechter ist als bei deinen ohne Verdünnung niedrigprozentigen Messungen. Zufall? Wobei die Genaugkeit bei den unverdünnten Versuche ja wirklich spitzenmäßig ist. Das wird vielleicht nicht immer so gut sein.
Wie hoch schätzt du die Gesamtgenauigkeit deiner Pyknometermessungen ein (in kg/lt, also ohne eine etwaige Ungenauigkeit der Umrechnungsdaten in vol%)?
Edit: Die erste Probe hast du nur nochmal mit dem neuen Pyknometer gemessen, oder? Keine neue Refraktometermessung?
Warum messen deiner Meinung nach die beiden Pyknometer so unterschiedliche Werte?

Wie lange hast du nach dem Verdünnen der Probe bis zur Messung gewartet? Waren die Proben neben dem Refraktometer, also bei gleicher Temperatur, gelagert?
Hast du mal zwei identische Proben, welche anders temperiert sind, nacheinander mit dem Refraktometer gemessen? Mich interessiert, ob die Probe wirklich zuverlässig die Temperatur vom Refraktometer annimmt. Wenn nicht, mache ich das mal: Aus derselben Flasche zwei kleine Fläschchen füllen, eines über Nacht neben dem Refraktometer im Keller lagern und das andere über Nacht unterm Dach bei vielleicht 5°C mehr. Dann beide messen, ob der gleiche Bi angezeigt wird.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

Von Genauigkeit kann man ja nicht reden. Ich habe ja keine kalibrierte Standardlösung verwendet. Die %% der Proben sind streng genommen unbekannt. Dann habe ich mit Refraktometer und mit Pyknometer gemessen und betrachte den Unterschied. Niemand weiß wo der korrekte Wert liegt. Wenn der Unterschied Null wäre, wüßten wir noch immer nicht ob nicht beide falsch gehen.
Wir leben hier von einer Vermutung.
derwo hat geschrieben: 10. Jul 2021, 14:10 aber mir fällt auf, daß die Genauigkeit bei deiner Messung mit Verdünnungsmethode wesentlich schlechter ist als bei deinen ohne Verdünnung niedrigprozentigen Messungen.
83,7 - 83,0 = 0,7°C >> 0,7/83 = +/-0,42% Abweichung v.M.
39,8 - 39,9 = 0,1°C >> 0,1/39,9 = +/-0,125 % Abweichung v.M
23,3 - 23,2 = 0,1°C >> 0,1/23,2 = +/-0,215 % Abweichung v.M.
derwo hat geschrieben: 10. Jul 2021, 14:10 Wie hoch schätzt du die Gesamtgenauigkeit deiner Pyknometermessungen
Ich denke dass ich bei der Dichte nur die dritte Nachkommastelle als zuverlässig bezeichnen kann. Ich rechne zwar alles mit 4 Kommastellen durch, aber davon wird es nicht genauer.
derwo hat geschrieben: 10. Jul 2021, 14:10 Warum messen deiner Meinung nach die beiden Pyknometer so unterschiedliche Werte?
Das erste war ein unkalibriertes 50ml Pyknometer das ich nur mit einer Waage mit 10mg Auflösung wiegen konnte. Das hatte ich bereits geschrieben.
derwo hat geschrieben: 10. Jul 2021, 14:10 Wie lange hast du nach dem Verdünnen der Probe bis zur Messung gewartet?
Beim Pyknometer muss man lange warten bis die Temperatur wieder gesunken ist. Durch das Verdünnen wird die Lösung ja deutlich wärmer.
Man muss die Temperatur messen.
Beim Refraktometer ist das egal.
derwo hat geschrieben: 10. Jul 2021, 14:10 Hast du mal zwei identische Proben, welche anders temperiert sind, nacheinander mit dem Refraktometer gemessen?
Ja, das habe ich schon vor langer Zeit ausgiebig getestet. Die Temperatur der Probe hat Überhaupt keinen bemerkbaren Einfluss auf die Messung. Das ist aber zu erwarten. Du brauchst ja nur mal die Masse des Kopfes und die Masse der paar Tropfen abschätzen und die Mischungstemperatur abschätzen. Das Prisma ist ja absichtlich so eingebaut dass es einen sehr guten Thermischen Kontakt zum mit Wasser gefüllten Kopf hat. Aber ja, ich habe das getestet. Mit 10°C Probe und 50°C Probe.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von derwo »

azeotrop hat geschrieben: 10. Jul 2021, 14:47
derwo hat geschrieben: 10. Jul 2021, 14:10 Hast du mal zwei identische Proben, welche anders temperiert sind, nacheinander mit dem Refraktometer gemessen?
Ja, das habe ich schon vor langer Zeit ausgiebig getestet. Die Temperatur der Probe hat Überhaupt keinen bemerkbaren Einfluss auf die Messung. Das ist aber zu erwarten. Du brauchst ja nur mal die Masse des Kopfes und die Masse der paar Tropfen abschätzen und die Mischungstemperatur abschätzen. Das Prisma ist ja absichtlich so eingebaut dass es einen sehr guten Thermischen Kontakt zum mit Wasser gefüllten Kopf hat. Aber ja, ich habe das getestet. Mit 10°C Probe und 50°C Probe.
Es ist halt ein sehr einfacher Versuch. Deswegen hätte ich ihn gemacht, obwohl das Ergebnis, wie du sagst, zu erwarten ist.
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Re: Refraktometer Alkoholmessung Verdünnungsmethode

Beitrag von azeotrop »

Bitte teste das auch. 4 Augen sehen mehr als zwei.
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