Akezienblüten

Brände aus Maischen, welche weder Obstbränden, Getreidebränden oder Rum zuzuordnen sind.
Beatle1708
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Akezienblüten

Beitrag von Beatle1708 »

Hallo zusammen,
ich habe ene Frage/Anregung zum Thema Akatzienblührenschnaps. Ich habe diesen Frühling 6 Kilo reine (nur wirklich die Blühten) gesammelt und mit 60 Liter Wasser und 20 Kilo Zucker, 1 Kilo Akazienhonig und je eine Zitrone und Orange mit normaler Weinhefe eingemaischt, Nach drei Wochen bei kostant 23 grad war die Maische vergoren, ca. 12 % Alk., schmeckt und riecht lieblich und fein. Dann habe ich das ganze gebrannt wie immer, das hat noch Vor- und Nachlauf abtrennen, ein ca 4 Liter 92%iges wohlriechendes Destillat ergeben. Nun werde ich als Versuch, das Wasser, das ich zum verdünnen brauche, mit Akazienhonig aufkochen, damit sich der Honig gut auflöst und dann damit auf Trinkstärke herabsetzen. (ca. 40%) Während dem ich das schreibe, ist das Honigwasser am abkühlen, ich habe ea also noch nicht probieren können, ich denke, ich werde es morgen dann fertig machen und abfüllen, Meine Frage, was haltet ihr von diesem Experiment, denkt ihr, besser die Finger von sowas lassen? Oder eine gute Idee?

Ich muss noch sagen, das ich mich letzetn Spätwinter/diesen Frühling mit Gin machen beschäftigt habe und muss sagen: eine BOMBE, bester Gin ever, auch hierfür habe ich ein eigenes Rezept entwickelt, alles die es probiert haben, sind voll begeistert :)

Danke fór eine anregende, hilfreiche Disskusion und freundliche Grüsse an alle.

Beat Paolo Kofler
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derwo
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Re: Akezienblüten

Beitrag von derwo »

Ich habe eher keine guten Erfahrungen damit gemacht, botanicals mit Zucker zu vergären und dann zu brennen. Also ich meine jetzt vor allem Holunderblüten. Besser ist da die Geistmethode. Sauberer Neutralalkohol und dann das Aroma dazu, anstelle den Spagat zu probieren, gleichzeitig die schlechten Aromen von der Zuckermaische loszuwerden und aber die guten der Blüten zu behalten.

Ich habe mal Honigbrand mit Honig gesüsst. Einfach Honig rein und etwas schütteln. Es mag ein oder zwei Tage dauern, aber er löst sich. Aufkochen ist nicht nötig. Klarer Akazienhonig ist jedenfalls aber optisch sicher besser als undurchsichtige Honige.

Du hast wesentlich mehr Zucker verwendet, als Weinhefe verarbeiten kann. Deswegen war der Geschmack der vergärten Maische auch so lieblich, und nicht etwa arschtrocken, wie es aber am besten wäre. Für etwa 17vol% hattest du Zucker. Nur Turbohefe hätte das hinbekommen. Sowas hat schlechte Auswirkungen auf den Geschmack. Egal wie zufrieden du jetzt bist, mit weniger Zucker wäre der Geschmack meiner Vermutung nach besser geworden. Und wahrscheinlich wäre sogar mehr Alkohol entstanden. Ich denke, du hattest insgesamt so 73lt Maische. Du meinst mit 12vol%, das sind also also 8.76lt Alkohol. Und ganz am Ende hast du dann 4lt 92vol% Mittellauf, also 3.68lt Alkohol. Das wäre eine Mittellaufausbeute von 42%. Etwas wenig, oder? Entweder waren weniger als 12vol% in der Maische (wie hast du die gemessen?) oder irgendwas im Geschmack hat dich gezwungen, so früh den Mittellauf zu beenden, obwohl du so hoch rektifiziert hast. Klingt insgesamt etwas haarig.